DAX erreicht erstmals 22.000 Punkte
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Der deutsche Leitindex DAX hat einen weiteren Meilenstein erreicht und erstmals die Marke von 22.000 Punkten überschritten. Er schloss den gestrigen Handelstag mit einem Plus von 0,58 Prozent bei 22.038 Punkten. Das Tageshoch lag bei 22.046 Punkten. Dieser Anstieg erfolgt trotz anhaltender Sorgen über neue US-Zölle, die von Präsident Donald Trump angekündigt wurden. Seit Dezember zeigt der DAX eine beeindruckende Entwicklung und hat innerhalb weniger Monate die Marken von 20.000, 21.000 und nun 22.000 Punkten durchbrochen.
Experten weisen darauf hin, dass die Rekordjagd des DAX vor allem von Unternehmen wie SAP, Siemens und der Deutschen Telekom getragen wird, die stark im Ausland tätig sind und weniger von der wirtschaftlichen Lage in Deutschland abhängig sind. Im Gegensatz dazu verzeichnete der exportorientierte MDAX nur einen leichten Anstieg von 0,14 Prozent auf 27.246 Punkte und bleibt deutlich unter seinem Rekordhoch aus dem Jahr 2021.
Während der DAX weiterhin neue Höchststände erreicht, hinken die großen US-Börsenindizes hinterher. Der Dow Jones konnte seit Jahresbeginn weniger als die Hälfte des DAX-Gewinns verbuchen. Nur der S&P 500 erreichte ein neues Rekordhoch. Unsicherheiten aufgrund der neuen US-Zölle, insbesondere auf Stahl- und Aluminiumimporte, sowie mögliche Sonderzölle auf Fahrzeuge und Computerchips belasten die Märkte. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte als Reaktion auf die US-Maßnahmen "verhältnismäßige Gegenmaßnahmen" an.
Auch der Goldpreis verzeichnete ein neues Rekordhoch und überschritt kurzzeitig die Marke von 2.900 Dollar je Feinunze. Die steigenden Preise werden auf die wachsenden Unsicherheiten an den Finanzmärkten zurückgeführt. Parallel dazu stiegen die Ölpreise aufgrund von Angebotssorgen, insbesondere durch sinkende Fördermengen in Russland. Der europäische Erdgaspreis erreichte ebenfalls ein Zwei-Jahres-Hoch, was auf niedrige Temperaturen und geringe Windkraftproduktion zurückzuführen ist.
Im DAX gehörten SAP-Aktien zu den größten Gewinnern und erreichten ein neues Rekordhoch bei 278,35 Euro. Die Aktien der Automobilhersteller Porsche AG, Volkswagen und BMW hingegen verzeichneten Verluste von bis zu 1,7 Prozent, da sie besonders von den neuen US-Zöllen betroffen sein könnten. Der DAX-Konzern Merck KGaA bestätigte Übernahmegespräche mit dem US-Biotech-Unternehmen Springworks Therapeutics, während die italienische Bank UniCredit ein starkes Gewinnwachstum meldete und weiterhin Interesse an der Commerzbank zeigt.
