DAX erholt sich zum Monatsbeginn
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Aktienmarkt ist mit Kursgewinnen in den neuen Monat gestartet. Nach dem verlustreichen Mai konnte sich der DAX erholen und schloss über ein Prozent höher. Diese positive Entwicklung ist vor allem auf die Einigung im US-Schuldenstreit zurückzuführen. Das US-Repräsentantenhaus hat den mühsam ausgehandelten Kompromiss gebilligt, was die Anleger erfreut. Damit sind die Vereinigten Staaten einen großen Schritt weiter, um eine drohende Zahlungsunfähigkeit in letzter Minute abzuwenden.
Die Zustimmung des US-Repräsentantenhauses zur Weiterleitung des Gesetzesentwurfs an den Senat wurde mit 314 zu 117 Stimmen entschieden. Dies wird als ein positives Signal für den weiteren Verlauf der Schuldenkrise gewertet. Experten gehen davon aus, dass auch der Senat dem Gesetz zustimmen wird, da es breite parteiübergreifende Unterstützung gibt. Dies hat dazu geführt, dass die Aktienmärkte erst einmal durchatmen können und optimistisch in die Zukunft blicken.
Darüber hinaus sorgten auch hoffnungsvolle Wirtschaftsdaten aus China für eine freundliche Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg im Mai überraschend über die Wachstumsschwelle von 50. Dies deutet darauf hin, dass die chinesische Wirtschaft weiterhin auf einem soliden Wachstumskurs ist. Diese positiven Nachrichten haben ebenfalls zur Erholung des DAX beigetragen.
In den USA zeigten sich die Anleger dagegen kaum beeindruckt von der Entwicklung im Schuldenstreit. Die Einigung wurde mehrheitlich erwartet, ebenso wie die Zustimmung des Senats und die Unterzeichnung durch Präsident Joe Biden. Der Dow Jones erholte sich im frühen Handel von seinen moderaten Verlusten und schloss leicht im Minus. Die weiteren US-Indizes, der S&P 500 und der Nasdaq 100, legten moderat zu.
Die Konjunkturdaten aus den USA lieferten keine Impulse für den Aktienmarkt. Die Lage am Arbeitsmarkt hat sich in jüngster Zeit kaum verändert, und der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe signalisiert eine fortgesetzte Eintrübung der Stimmung in der Industrie. Dies könnte dazu führen, dass die US-Notenbank Fed im Juni eine Pause im Zinsanhebungszyklus einlegt. Entscheidend dafür werden der Arbeitsmarktbericht und die Inflationszahlen sein, die in den kommenden Wochen erwartet werden.
In der Eurozone betonte EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Entschlossenheit der Notenbanker zu weiteren Zinserhöhungen im Kampf gegen die hohe Inflation. Obwohl die Inflation im Mai spürbar nachgelassen hat, liegt sie immer noch deutlich über der angestrebten Stabilitätsmarke von zwei Prozent. Das Protokoll der letzten EZB-Sitzung deutet ebenfalls auf weitere Zinsanhebungen hin.
