ANZEIGE

DAX erholt sich und nähert sich Rekordhoch

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

4 Min
DAX erholt sich und nähert sich Rekordhoch

Der DAX hatte nach einem schwachen Wochenauftakt wieder zugelegt und näherte sich dabei seinem jüngsten Rekordhoch. Anleger nutzten die jüngsten Kursverluste im Technologiesektor, um erneut in den Markt einzusteigen. Der deutsche Leitindex erreichte in der Spitze 21.430 Punkte, was einem Tagesplus von 0,70 Prozent entsprach. Nur 45 Zähler trennten ihn dabei von einem neuen Höchststand.

Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets erklärte, dass die negativen Effekte des sogenannten DeepSeek-Schocks auf den DAX begrenzt blieben und der Index aus technischer Sicht einen positiven Turnaround hingelegt habe. Analysten sahen oberhalb von 21.200 Punkten weiterhin positive Signale für den DAX. ING-Experte Christian Zoller hielt das Kursziel von 22.000 Punkten weiterhin für erreichbar.

Auch an der Wall Street gab es nach den deutlichen Verlusten vom Montag eine Erholung. Der Dow-Jones-Index sowie der breiter gefasste S&P 500 starteten jeweils leicht im Plus, während der Nasdaq-Index um 0,2 Prozent auf 19.374 Zähler zulegte. Am Vortag hatten alle drei großen US-Indizes zwischen 1,5 und 3,1 Prozent verloren. Der chinesische KI-Anbieter DeepSeek sorgte für Verunsicherung an den Märkten, da Anleger die hohen Bewertungen im Technologie- und Energiesektor hinterfragten.

Besonders betroffen war Nvidia. Der US-Chiphersteller verzeichnete einen historischen Kursverlust von fast 600 Milliarden Dollar an einem einzigen Handelstag, wodurch die Marktkapitalisierung auf 2,9 Billionen Dollar sank. Auch Oracle und Broadcom verloren am Montag jeweils 15 Prozent. Experten sahen die hohen Bewertungen dieser Titel als möglichen Grund für die ausgeprägte Korrektur. Ulrich Stephan, Anlagestratege bei der Deutschen Bank, betonte, dass effizientere Alternativen zu etablierten KI-Modellen langfristig positive Effekte auf die Produktivität und die Gesamtwirtschaft haben könnten.

Die Marktteilnehmer blickten bereits auf wichtige wirtschaftspolitische Ereignisse. Am Mittwoch entschied die US-Notenbank Federal Reserve über ihren ersten Zinsentscheid seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump. Trump hatte die Fed zuletzt zu Zinssenkungen gedrängt, allerdings erwarteten Analysten keine Veränderung der Geldpolitik. Hingegen konnte die Europäische Zentralbank am Donnerstag eine Zinssenkung um 0,25 Prozent vorgenommen haben.

Der Euro gab nach und wurde von der EZB mit einem Referenzkurs von 1,0421 Dollar festgelegt. Aussagen des neuen US-Finanzministers Scott Bessent über geplante Importzölle trugen zur Aufwertung des Dollars bei. Geplant waren universelle Zölle ab 2,5 Prozent.

Frankreich leitete ein Ermittlungsverfahren gegen die Kryptowährungsbörse Binance wegen Geldwäsche und illegalem Betrieb ein. Die Vorwürfe betrafen den Zeitraum von 2019 bis 2024, während Binance zu diesem Zeitpunkt in Frankreich nicht reguliert war.

BMW erwartete eine niedrigere Betriebsgewinnmarge, die am unteren Ende der Zielspanne von sechs bis sieben Prozent lag. Inflationsbedingte Kostensteigerungen sowie der Abbau von Lagerbeständen belasteten das Ergebnis im Schlussquartal.

Boeing musste für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 11,83 Milliarden Dollar ausweisen. Die Probleme des Flugzeugherstellers bestanden bereits seit 2019, mit kumulierten Verlusten von über 30 Milliarden Dollar. Vorstandschef Kelly Ortberg sah die Neuausrichtung der Unternehmenskultur als größte Herausforderung.

General Motors konnte hingegen seinen operativen Gewinn um 38 Prozent steigern, profitierte dabei von der anhaltend hohen Nachfrage nach Verbrennerfahrzeugen. Der Nettogewinn fiel jedoch aufgrund von Abschreibungen im China-Geschäft um 40 Prozent auf sechs Milliarden Dollar.

Lockheed Martin prognostizierte für 2025 einen Gewinn zwischen 27,00 und 27,30 Dollar je Aktie, womit das Unternehmen hinter den Erwartungen blieb. Der Konzern kämpfte mit Verzögerungen bei technischen Upgrades für den Kampfjet F-35. Die hohe Nachfrage nach Rüstungsgütern aufgrund globaler Konflikte traf auf anhaltende Lieferkettenprobleme.

US-Präsident Donald Trump bestätigte, dass Microsoft einer der möglichen Käufer der Videoplattform TikTok sei, wollte jedoch keine weiteren Namen nennen. Er erhoffte sich eine Bieter-Konkurrenz, um den maximalen Verkaufspreis zu erzielen.

Alibaba-Mitgründer Joe Tsai hatte über seinen Investmentfonds Blue Pool eine zwölfprozentige Beteiligung am italienischen Luxus-Sneaker-Hersteller Golden Goose erworben. Das Unternehmen erhoffte sich durch die asiatische Expansion zusätzliche Wachstumschancen.

Volkswagen führte Gespräche mit chinesischen Partnern über mögliche Investitionen in Europa. Konzernchef Oliver Blume bekräftigte, dass Investitionen aus China grundsätzlich positiv für den europäischen Markt seien, konkrete Entscheidungen habe es aber noch nicht gegeben.

SAP verzeichnete im Schlussquartal dank des starken Cloud-Geschäfts einen Umsatzanstieg um elf Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis wuchs um 24 Prozent auf 2,44 Milliarden Euro, während der Nettogewinn um 35 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro stieg.

Der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius kämpfte mit schwacher Nachfrage, wodurch der Umsatz stagnierte und der Nettogewinn um 17 Prozent auf 280 Millionen Euro sank. Für 2025 zeigte sich das Unternehmen vorsichtig optimistisch und erwartete moderates Wachstum über dem Marktniveau.

MarktberichteAktienmarktBörseDAXMDAXNasdaqDow JonesÖlEuro

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer