DAX erholt sich um fünf Prozent seit Oktober
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Am deutschen Aktienmarkt verzeichnete der DAX zu Beginn der Woche einen leichten Anstieg. Nach einem Handelstag stieg er auf 15.345 Punkte, ein Zuwachs von 0,7 Prozent im Vergleich zum Freitagsschluss. Diese Entwicklung folgt auf eine deutliche Erholung seit dem Tiefststand im Oktober, als der DAX auf 14.630 Punkte fiel. In der Spitze konnte er seither um rund 730 Punkte zulegen, was einem Anstieg von etwa fünf Prozent entspricht.
Diese positive Entwicklung am Aktienmarkt steht jedoch im Kontrast zu einer sich verändernden Anlegerstimmung. Laut Sentimentexperten wird empfohlen, spekulative Long-Positionen, die in den vergangenen Wochen eingegangen wurden, zu schließen und auf tiefere Kurse für erneute Käufe zu warten. Diese Einschätzung basiert auf einer aktuellen Umfrage, die eine eher neutrale Stimmung unter den Anlegern offenbart. Vor drei Wochen, als Angst und Panik vorherrschten, wurden noch Käufe empfohlen. Nun aber, da diese Stimmungen gewichen sind, deutet alles auf eine Verschnaufpause hin.
Interessant ist der Vergleich zwischen deutschen und amerikanischen Anlegern. In den USA haben sich die Anleger deutlich stärker gegen Kursverluste abgesichert, indem sie vermehrt Put-Produkte gekauft haben. Dies könnte bedeuten, dass ein möglicher Rückschlag im DAX stärker ausfallen könnte als im amerikanischen S&P 500. Ein Put-Produkt funktioniert ähnlich wie ein Leerverkauf, bei dem Aktien geliehen, verkauft und in der Erwartung günstigerer Preise zurückgekauft werden. Solche Transaktionen können den Markt stützen.
In Deutschland hingegen fehlt es an solchen Absicherungen, was einen Rückfall auf die Tiefstände von Ende Oktober möglich macht. Diese Warnung unterstreicht die Unsicherheit und die potenzielle Volatilität auf dem deutschen Aktienmarkt.
Ein weiterer wichtiger Faktor für die Börsen ist der von Moody's gesenkte Ausblick für das US-Kreditrating. Obwohl dieser Schritt nicht unerwartet kam, da Moody's als einzige große Ratingagentur den USA noch die Bestnote Aaa zuweist, dürften die Auswirkungen an den Börsen begrenzt bleiben. Kapitalmarktexperten wie Thomas Altmann weisen darauf hin, dass viele Anleger ohnehin das jeweils schlechteste Rating der drei großen Agenturen verwenden, sodass ein Downgrade von Moody's wenig Einfluss haben würde.
