DAX erholt sich trotz Zollkonflikt
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Der DAX hat seine anfänglichen Verluste im gestrigen Tagesverlauf vollständig aufgeholt und mit einem leichten Plus geschlossen. Die jüngste Entwicklung wurde von vorsichtigen Annäherungen zwischen den USA und China im anhaltenden Zollkonflikt beeinflusst. Der deutsche Leitindex stieg um 0,27 Prozent auf 21.311 Punkte, nachdem er zuvor zeitweise im Minus notierte. Damit setzte sich die seit Wochenbeginn andauernde Erholung fort. Im Gegensatz dazu verlor der MDAX leicht um 0,17 Prozent und schloss bei 27.219 Punkten.
Ein Grund für die Stabilisierung an den Märkten waren Medienberichte, wonach China grundsätzlich zu Gesprächen mit den USA im eskalierten Handelsstreit bereit sei. Diese Gesprächsbereitschaft sei jedoch an Bedingungen geknüpft. Präsident Trump hatte jüngst erneut betont, dass kein Deal notwendig sei, und die Schuld auf China geschoben. Gleichzeitig verschärfte er die Maßnahmen mit Sonderzöllen von bis zu 145 Prozent, woraufhin Peking mit eigenen Zollerhöhungen reagierte. Marktanalysten sehen die Entwicklung der Gespräche mit Peking und Tokio als entscheidenden Test für die weitere Marktlage.
An der DAX-Spitze lag Sartorius mit einem Kursplus von über zehn Prozent. Das Unternehmen profitierte von besser als erwarteten Quartalszahlen sowie einem positiven Margenausblick. Die Eurozonen-Inflation zeigte sich im März erneut abgeschwächt, mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Rückgang wurde insbesondere durch niedrigere Energiepreise begünstigt. Marktteilnehmer rechnen mit einer Leitzinssenkung der EZB auf 2,25 Prozent.
Der US-Dollar stand weiterhin unter Druck. Der Euro stieg am Nachmittag um 0,9 Prozent auf 1,1382 Dollar. Die jüngsten Entwicklungen hatten den Dollar in den vergangenen Tagen deutlich geschwächt. Die WTO veröffentlichte eine Prognose, wonach das Volumen des Welthandels im Jahr 2025 um bis zu 1,5 Prozent zurückgehen könnte, insbesondere aufgrund der eskalierenden Zollmaßnahmen. Nordamerika sei dabei am stärksten betroffen, mit einem erwarteten BIP-Wachstum von lediglich 0,4 Prozent.
In den USA stiegen die Einzelhandelsumsätze im März um 1,4 Prozent, angetrieben durch vorgezogene Käufe in Erwartung höherer Preise. An der Wall Street belasteten vor allem Techwerte die Stimmung. Die Nasdaq gab zwei Prozent nach, insbesondere aufgrund schwacher Zahlen des Chipmaschinenbauers ASML und neuer Exportbeschränkungen gegen Nvidia. Der Goldpreis erreichte mit 3.329 Dollar ein neues Rekordhoch.
