DAX erholt sich nach verlustreicher Woche
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Nach einer verlustreichen Handelswoche verzeichnete der DAX am Freitag ein deutliches Plus. Grund für den Stimmungswechsel am deutschen Aktienmarkt war die Einigung zwischen Union, SPD und Grünen über milliardenschwere Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur. Die Nachricht führte dazu, dass der Leitindex zum Handelsende 1,86 Prozent höher bei 22.986,82 Punkten notierte und zeitweise sogar die wichtige Marke von 23.000 Punkten überschritt. Damit konnte der DAX einen großen Teil der zuvor erlittenen Wochenverluste wettmachen.
Besonders gefragt waren Aktien aus den Bereichen Rüstung, Bau und Energie, da diese Branchen unmittelbar von den geplanten Investitionen profitieren könnten. Hintergrund der Marktbewegung ist eine mögliche Lockerung der Schuldenbremse, über die der Bundestag in der kommenden Woche entscheiden wird. Experten schätzen die Chancen für eine Zustimmung als gut ein, nachdem sich die Fraktionsspitzen der beteiligten Parteien nach längeren Verhandlungen geeinigt hatten.
Gleichzeitig bleibt der Markt weiterhin schwankungsanfällig. Analysten verwiesen auf mehrere Unsicherheitsfaktoren, darunter die zunehmend kritische Wirtschaftspolitik der US-Regierung unter Donald Trump. Während in Europa die Perspektiven durch Investitionspakete derzeit positiver gesehen werden, sorgen insbesondere die Handelsspannungen zwischen den USA und wichtigen Wirtschaftspartnern wie der EU und China für zunehmende Nervosität.
In den USA selbst ist die Stimmung der Verbraucher zuletzt weiter gesunken. Laut der Universität Michigan verschlechterte sich das Verbrauchervertrauen bereits den dritten Monat in Folge und erreichte im März einen Wert von nur noch 57,9 Punkten, verglichen mit 64,7 Punkten im Vormonat. Auch wenn sich die amerikanischen Börsen nach einer schwierigen Woche zuletzt etwas erholten, bleibt die Unsicherheit hinsichtlich der US-Konjunkturaussichten weiterhin groß.
Neben geopolitischen Spannungen und dem Handelsstreit belasten auch innenpolitische Entwicklungen in den USA die Märkte. So konnte zuletzt ein Stillstand der Regierungsgeschäfte, ein sogenannter "Shutdown", knapp vermieden werden. Dennoch warnte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, davor, dass ein eskalierender Handelskonflikt insbesondere den USA schaden könne.
Der Euro konnte am Freitag zulegen und stieg gegenüber dem US-Dollar auf 1,0889 Dollar. Gleichzeitig erreichte der Goldpreis ein neues Rekordniveau von über 3.000 Dollar pro Feinunze, da Anleger angesichts der bestehenden Unsicherheiten verstärkt in sichere Anlagen flüchteten.
