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DAX erholt sich nach Trumps Zollaufschub

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 DAX erholt sich nach Trumps Zollaufschub

Die Börsen starteten erleichtert in die neue Woche, nachdem US-Präsident Donald Trump seine jüngste Drohung mit Sonderzöllen gegen die Europäische Union zunächst wieder zurückgenommen hatte. Die ursprünglich angedrohten 50 Prozent Strafzölle wurden lediglich aufgeschoben, und zwar auf den bereits vorher genannten Termin am 9. Juli. Damit folgt Trump einem bekannten Muster, zunächst mit drastischen Ankündigungen zu verunsichern und anschließend wieder abzurücken. Die genauen Zollsätze bleiben weiterhin Verhandlungssache zwischen den USA und der EU.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) konnte die Verluste vom Freitag wieder wettmachen und stieg im gestrigen Tagesverlauf zeitweise bis auf 24.050 Punkte. Zum Handelsschluss notierte der Index bei 24.027 Zählern, ein Plus von 1,68 Prozent. Damit bleibt er in greifbarer Nähe seines bisherigen Rekordhochs bei 24.152 Punkten. Auch der MDAX verzeichnete ein deutliches Plus von 1,66 Prozent und überschritt erneut die Marke von 30.000 Punkten. Da die US-Börsen feiertagsbedingt geschlossen blieben, fehlten Impulse aus Übersee.

Trotz der anhaltenden Unsicherheit über den Verlauf der Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten rechnen Marktteilnehmer nicht mit einem dauerhaften Schaden für den Welthandel. Die bisherige Erfahrung mit den Handelskonflikten der Trump-Regierung, etwa mit China und Großbritannien, nährt die Hoffnung auf eine letztliche Einigung. Dennoch mahnen Experten wie Marc Schattenberg und Robin Winkler von Deutsche Bank Research zur Vorsicht. Die Unsicherheit könne sich noch mehrere Wochen hinziehen.

Einzelwerte zeigten teils deutliche Kursbewegungen. Die Aktie von Rheinmetall erreichte mit einem Kurs von 1.842 Euro ein neues Rekordhoch. Auch die Rüstungsunternehmen Hensoldt und Renk erzielten im MDAX neue Bestmarken. Am unteren Ende des DAX rangierte Porsche SE, bedingt durch den Dividendenabschlag. Fresenius verzeichnete als einziger Wert einen realen Verlust von 0,1 Prozent.

Am Devisenmarkt reagierte der Euro auf den Zollaufschub mit einem Anstieg auf bis zu 1,1418 Dollar, konnte das Niveau jedoch nicht halten. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1381 Dollar fest. Der Dollar bleibt unter Druck, auch wegen des hohen US-Haushaltsdefizits. Zugleich stützen die weiterhin hohen US-Zinsen die US-Währung. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sprach sich in Berlin für eine stärkere Rolle des Euro aus.

Auch der Bitcoin profitierte von der wieder gestiegenen Risikobereitschaft der Anleger und legte rund ein Prozent auf über 110.000 Dollar zu. Die Kryptowährung hatte zuletzt von Erwartungen einer Deregulierung unter Trump profitiert. Unterdessen wurden im Dieselbetrugsprozess gegen ehemalige VW-Manager erste Urteile gefällt. Zwei der vier Angeklagten wurden zu Haftstrafen verurteilt, die übrigen zu Bewährungsstrafen.

Thyssenkrupp verzeichnete im MDAX ein Kursplus von 8,7 Prozent, nachdem das Unternehmen seine Konzernstruktur neu ausrichten will. Die übrigen drei Geschäftsfelder sollen künftig eigenverantwortlich agieren. Günter Papenburg erklärte unterdessen, seinen Anteil an Salzgitter nicht weiter aufstocken zu wollen. Er bleibt mit 29,9 Prozent größter Anteilseigner. Borussia Dortmund stellte mit Vodafone einen neuen Hauptsponsor vor. Die Partnerschaft ist auf mindestens fünf Jahre angelegt und soll auch technologische Innovationen im Fan-Erlebnis beinhalten. Schließlich kündigte Trump an, dass geplante neue Zölle auf Smartphones nicht nur iPhones, sondern auch Geräte anderer Hersteller wie Samsung betreffen sollen. Die Einführung der 25-Prozent-Abgabe ist für Ende Juni vorgesehen.

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