DAX erholt sich nach schwachem Start deutlich
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Der deutsche Leitindex DAX hat im Verlauf des Donnerstags trotz anfänglicher Schwäche noch ins Plus gedreht. Nachdem der Handelstag lange Zeit von Zurückhaltung geprägt war und der DAX bei einem Tagestief von 21.731 Punkten notierte, sorgten neue Hoffnungen auf Fortschritte im Zollkonflikt zwischen den USA und China für eine spürbare Erholung. Rückenwind kam dabei von der robusten Wall Street. Der DAX schloss schließlich mit einem Plus von 0,47 Prozent bei 22.047 Punkten. Der MDAX legte sogar um 0,88 Prozent auf 27.907 Punkte zu.
Der Optimismus am Markt speiste sich aus der Aussicht auf eine mögliche Einigung im Handelsstreit, auch wenn Aussagen aus China diese Hoffnungen zugleich wieder dämpften. Ein Sprecher des chinesischen Handelsministeriums betonte, dass bisher keine Gespräche mit den USA geführt worden seien. Alle neuen Zölle müssten demnach aufgehoben werden, bevor Verhandlungen möglich seien. Auch die US-Regierung machte deutlich, dass keine einseitigen Schritte geplant seien. Die hohen gegenseitigen Zölle von bis zu 145 Prozent auf amerikanischer und 125 Prozent auf chinesischer Seite blieben zunächst bestehen.
Bundesfinanzminister Jörg Kukies äußerte sich unterdessen hoffnungsvoll. Er erklärte in Washington, dass eine positive Dynamik bei den Verhandlungen zwischen den USA und China auch anderen Handelspartnern zugutekommen könnte. Trotz der anhaltenden Unsicherheiten konnte sich das ifo-Geschäftsklima in Deutschland leicht verbessern. Der Index stieg im April um 0,2 Punkte auf 86,9 Punkte.
In den USA legten die wichtigsten Aktienindizes ebenfalls zu. Der Dow Jones stieg um rund 0,8 Prozent, während die Technologiebörsen Nasdaq und S&P 500 zwischen 1,3 und 1,9 Prozent zulegten. Gute Quartalszahlen von Unternehmen wie Texas Instruments und ST Microelectronics wirkten sich positiv auf Technologiewerte wie Infineon aus. Die Aktien des Halbleiterunternehmens führten die Gewinnerliste im DAX an.
Der Euro konnte sich ebenfalls erholen und stieg auf 1,1359 Dollar. Der US-Arbeitsmarkt zeigte sich weiter robust, und die Auftragseingänge für langlebige Güter legten dank starker Nachfrage bei Flugzeugen deutlich zu. Gleichzeitig belasteten die Auswirkungen der Zollpolitik Unternehmen wie Procter & Gamble, PepsiCo und Merck & Co., die ihre Prognosen nach unten korrigierten.
