DAX erholt sich nach jüngsten Verlusten deutlich
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Aktienmarkt konnte sich gestern nach zuletzt schwächeren Sitzungen wieder stabilisieren. Anleger griffen in Frankfurt verstärkt zu, was zu einem deutlichen Anstieg des DAX um 1,7 Prozent auf 22.539 Punkte führte. Auch der MDAX der mittelgroßen Unternehmen legte um 1,09 Prozent auf 27.691 Punkte zu. Besonders am Nachmittag baute der Leitindex seine Gewinne weiter aus. Die positive Entwicklung des DAX erfolgte trotz anhaltender Sorgen um die US-Zollpolitik.
Nach den jüngsten Verlusten hatte der DAX gestern noch 1,3 Prozent schwächer bei 22.163 Punkten geschlossen. Trotz der zuletzt beobachteten Rückgänge konnte das erste Quartal mit einer Wertentwicklung von 11,3 Prozent insgesamt positiv abgeschlossen werden. Die Hoffnung auf fiskalische Impulse durch die neue Bundesregierung hatte dabei eine wichtige Rolle gespielt.
Das beherrschende Thema an den Märkten bleibt die Handelspolitik der USA. Präsident Donald Trump wird morgen ein umfangreiches Zollpaket vorstellen, das weitreichende Folgen für den Welthandel haben könnte. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt bereits vor einem potenziellen Rückgang der deutschen Wirtschaft. Unsicherheiten über eine mögliche Eskalation und deren Auswirkungen sorgen für Nervosität an den Märkten. Auch die US-Notenbank Fed könnte ihre Geldpolitik anpassen, abhängig von den wirtschaftlichen Reaktionen auf die neuen Handelsmaßnahmen.
Der Euro notierte gestern stabil bei rund 1,08 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0788 Dollar fest. Der US-Dollar geriet am Nachmittag unter Druck, nachdem sich die Stimmung in der US-Industrie deutlich eingetrübt hatte. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel auf 49,0 Punkte und deutet damit auf eine schrumpfende wirtschaftliche Aktivität hin.
An den Rohstoffmärkten blieb die Lage stabil. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent lag bei 74,75 Dollar. US-Präsident Trump hatte zuletzt den Druck auf Russland erhöht und Sanktionen gegen die russische Ölindustrie in Erwägung gezogen. Dies könnte künftig Auswirkungen auf die globale Versorgungslage haben.
Die Nachfrage nach Gold nahm weiter zu, was den Preis auf ein Rekordhoch von 3.147 Dollar pro Feinunze trieb. Marktanalysten führen dies auf eine defensive Haltung der Investoren zurück, die sich gegen mögliche Marktvolatilität absichern wollen.
An der Wall Street zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Während der Dow Jones leicht nachgab, konnten S&P 500 und Nasdaq moderate Gewinne verbuchen. Die Märkte blieben von Unsicherheiten über die US-Zollpolitik geprägt.
Im deutschen Markt zählten Commerzbank-Aktien mit einem Plus von über sieben Prozent zu den stärksten Werten. Auch Adidas konnte deutlich zulegen, gestützt durch positive Prognosen des Managements für das Jahr 2025. Mercedes-Benz hingegen litt unter schwächeren Absatzzahlen in China, konnte aber im Tagesverlauf Verluste begrenzen.
Die Lufthansa reagierte auf Verzögerungen bei Boeing-Lieferungen und verlegte einige Airbus A350 von München nach Frankfurt, um Flugplan-Lücken zu schließen. Die Aktie des Unternehmens legte daraufhin leicht zu.
Tesla musste einen Absatzrückgang in Frankreich und Schweden hinnehmen. In Frankreich brachen die Verkaufszahlen um 37 Prozent ein, in Schweden um 64 Prozent. Analysten erwarten morgen einen globalen Absatzrückgang von rund 3,5 Prozent.
Unterdessen konnte OpenAI eine Rekordfinanzierung von 40 Milliarden Dollar sichern. Die Mittel sollen für den Ausbau der Infrastruktur und die Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz verwendet werden. Das Unternehmen meldete zudem, dass ChatGPT wöchentlich von 500 Millionen Menschen genutzt wird.
