Dax erholt sich
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Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach einer längeren Verlustserie vorübergehend erholt. Zum Ende eines eher impulsarmen Handelstages verzeichnete der DAX einen Anstieg um 0,7 Prozent auf 15.323 Punkte. Trotz dieser Erholung blieben die Anleger vorsichtig, da die Unsicherheit an den Finanzmärkten anhielt.
Die Inflationsdaten, die gestern veröffentlicht wurden, hatten zunächst keine wesentliche Auswirkung auf den Markt. Die Teuerungsrate in Deutschland fiel im September laut einer ersten Schätzung auf 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Wert lag leicht unter den Erwartungen, was auf eine mögliche Entspannung der Inflation hindeutet.
In den vergangenen fünf Handelstagen hatte der Dax Verluste verzeichnet, und erst am gestrigen Donnerstag konnte er diese Serie durchbrechen. Trotz dieser Verluste hat der Dax noch nicht das Niveau erreicht, das als offizielle Korrektur gilt - nämlich einen Rückgang von mindestens zehn Prozent vom Höchststand aus.
Allerdings gibt es einige Faktoren, die darauf hindeuten, dass der Dax kurzfristig unter Druck bleiben könnte. Zum einen hat der Dax seit Beginn des Monats über vier Prozent verloren, und die meisten Handelstage endeten im Minus. Historisch betrachtet ist der September gemeinsam mit dem August der schwächste Börsenmonat des Jahres.
Darüber hinaus haben die zuletzt hohen Handelsvolumina und die deutlichen Verluste in den letzten Tagen das Momentum negativ beeinflusst. Die Zurückhaltung der Anleger beim Wiedereinstieg in den Markt hat ebenfalls dazu beigetragen, dass der Dax seine Verluste nicht aufgeholt hat.
Die fundamentale Situation ist ebenfalls besorgniserregend. Die Aussicht auf anhaltend hohe Zinsen und schwache Konjunkturdaten belasten die Stimmung. Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist erneut gefallen, und die Zahl der Exporte geht zurück, was vor allem exportorientierte Dax-Unternehmen betrifft. Auch die Konsumstimmung hat sich verschlechtert.
Darüber hinaus haben führende Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt gesenkt, was auf einen möglichen wirtschaftlichen Abschwung hindeutet.
Die steigenden Ölpreise sind ein weiterer Faktor, der die Märkte verunsichert. Die Preise für Brent-Öl und WTI-Öl aus den USA nähern sich der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, was die Angst vor steigender Inflation schürt.
Insgesamt zeigt sich die Nervosität der Anleger, und die Unsicherheit bleibt hoch. Die Preisdaten aus Deutschland sind ein wichtiger Indikator für die Inflation im Euroraum und werden daher genau beobachtet. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihre Zinsentscheidung von diesen Daten abhängig machen.
Die Charttechnik deutet ebenfalls auf weitere Verluste hin, da der Dax unter wichtige Durchschnittslinien gefallen ist. Die schwache Performance einzelner Aktien im Dax verstärkt die negativen Signale.
