DAX durchbricht 25.000 Punkte: Die Treiber der Rally
Der DAX hat am 7. Januar 2026 erstmals die historische Marke von 25.000 Punkten geknackt und notierte bei 25.045 Zählern. Die Rally erscheint paradox angesichts der schwächelnden deutschen Wirtschaft, doch Analysten sehen mehrere starke Kurstreiber am We

Der deutsche Leitindex DAX hat Geschichte geschrieben: Erstmals überschritt der Index die psychologisch wichtige Marke von 25.000 Punkten. Mit einem Plus von 0,6 Prozent stand der DAX am Dienstagmittag bei rund 25.045 Zählern. Bereits am Vortag hatte die Hoffnung auf eine Wirtschaftsbelebung den Index auf Rekordjagd geschickt.
Umbau der Weltwirtschaft als Kurstreiber
Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank, sieht den globalen Wirtschaftsumbau als Haupttreiber der Rally. "Die Weltwirtschaft wird nicht zertrümmert, sie wird umgebaut. Und das erzeugt Innovationen, Wachstum und höhere Unternehmensgewinne mit hohen Ausschüttungen für die Aktionäre", erklärt Kater. Massive Investitionen in staatliche Infrastrukturprogramme und das Rennen um Künstliche Intelligenz befeuern die Märkte.
Die geplanten Milliardenausgaben der Bundesregierung für Infrastruktur und Rüstung schüren zusätzliche Hoffnungen auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft. Hinzu kommt die Saisonalität: Der Januar zählt traditionell zu den stärkeren Börsenmonaten, in denen institutionelle Investoren wie Versicherungen frische Gelder in den Markt pumpen.
Drei konkrete Gründe für den Anstieg
Jochen Stanzl von der Consorsbank nennt drei spezifische Faktoren für die aktuelle "Neujahres-Rally": Erstens die Erleichterung über die begrenzte Eskalation nach dem US-Angriff auf Venezuela. Zweitens die Aussicht auf mittelfristig sinkende Ölpreise, die die Weltwirtschaft entlasten. Drittens eine neue Anleger-Präferenz für Aktien außerhalb der USA.
Globales Umfeld und Zinspolitik unterstützen
Der DAX profitiert von einem günstigen globalen Umfeld mit robuster Konjunktur in wichtigen Weltregionen. Die Erwartung stabiler EZB-Leitzinsen und weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed stützen die Märkte zusätzlich. Niedrigere Ölpreise mindern den Inflationsdruck und könnten weitere geldpolitische Lockerungen ermöglichen.
KI-Boom und Rüstungsaktien im Fokus
Das Boom-Thema Künstliche Intelligenz spielt eine zentrale Rolle: Die Ankündigung einer erweiterten Zusammenarbeit zwischen Siemens und Nvidia auf der CES trieb die Siemens-Aktie auf ein Rekordhoch. Heidelberg Materials profitiert als potenzieller Nutznießer von Infrastrukturinvestitionen und einem möglichen Ukraine-Wiederaufbau. Auch Rüstungsaktien gewinnen durch anhaltende geopolitische Konflikte.
Der MDax der mittelgroßen Werte zog ebenfalls kräftig an und erreichte mit rund 31.800 Punkten den höchsten Stand seit Frühjahr 2022.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Sören Hettler, Leiter Anlagestrategie bei der DZ Bank, hält neue Höchststände bis 25.750 Punkte für realistisch. Er betont, dass die Rally der schwachen Konjunktur vorauseilt, da Anleger auf künftige Gewinne setzen. Die 40 DAX-Konzerne erwirtschaften rund 80 Prozent ihrer Umsätze im Ausland und sind damit weniger abhängig von der deutschen Binnenkonjunktur.
Risiken bleiben bestehen
Trotz der Euphorie warnen Experten vor möglichen Rückschlägen. Geopolitische Rivalitäten könnten zum Stolperstein werden, zudem besteht die Gefahr einer Blase rund um Künstliche Intelligenz. Langfristig zeigen sich Analysten jedoch optimistisch: Historisch hätten die Märkte alle politischen Herausforderungen überstanden und stets neue Höchststände erreicht.
Die positive Stimmung erfasst ganz Europa: Der EuroStoxx 50 steuert auf die 6.000-Punkte-Marke zu. Rückenwind kommt von der Wall Street, wo der Dow Jones Industrial die 50.000-Punkte-Marke anvisiert, getrieben vom KI-Boom bei Tech-Giganten wie Nvidia, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet und Microsoft.
