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DAX dreht ins Plus – Iran-Krise treibt Ölpreise weiter hoch

Trotz anfänglicher Verluste gewinnt der DAX am Dienstag 0,9 Prozent – der Iran-Konflikt bleibt das dominierende Marktthema.

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DAX dreht ins Plus – Iran-Krise treibt Ölpreise weiter hoch

Der DAX hat am Dienstag seine anfänglichen Verluste überwunden und ins Plus gedreht. Bis zum Mittag legte der deutsche Leitindex um 0,9 Prozent auf 23.385 Punkte zu und erreichte damit das Niveau von Mitte März. Auch der MDax der mittelgroßen deutschen Werte gewann ein Prozent auf 29.200 Zähler, der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx folgte mit einem ähnlichen Plus.

Hintergrund der vorsichtigen Erholung: Anleger zeigten sich etwas optimistischer hinsichtlich eines möglichen Abkommens zwischen den USA und dem Iran. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, betonte, dass das US-Ultimatum gegen den Iran nach dem langen Osterwochenende das marktbestimmende Thema bleibe.

Trumps Drohung und die Straße von Hormus

Die Frist läuft am Mittwoch um 2.00 Uhr ab – eine Einigung zeichnet sich bislang nicht ab. US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Warnung vor einer „völligen Zerstörung" iranischer Kraftwerke und Brücken, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht öffnen. Die Meerenge gilt als einer der wichtigsten Transportwege der Welt – für Rohöl, Flüssiggas und weitere Güter. Ein Sprecher der iranischen Militärführung reagierte mit Spott auf Trumps Drohung.

Die Ölpreise reagierten erneut mit Aufschlägen. Der Preis für ein Fass Brent-Öl zur Lieferung im Juni stieg bis zum Mittag um 0,88 Prozent auf 110,70 US-Dollar. Damit nähert sich Brent wieder dem März-Hoch von etwas über 112 Dollar. Seit Beginn des Iran-Kriegs hat sich die Nordseesorte um mehr als die Hälfte verteuert. Für die US-Sorte WTI fiel der Anstieg ähnlich stark aus.

Zusätzlichen Auftrieb erhielten die Ölpreise durch neue Angriffe auf die iranische Insel Charg im Persischen Golf – das wichtigste Exportterminal für iranisches Erdöl. Die Nachrichtenagentur Mehr berichtete von Explosionen auf der Insel, von der ein Großteil der iranischen Ölproduktion verschifft wird.

OPEC+ erhöht Förderung – vor allem symbolisch

Die acht Kernstaaten des Öl-Kartells OPEC+ zeigten sich tief besorgt über die Angriffe auf Energie-Infrastruktur. Die Wiederherstellung beschädigter Anlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die Versorgungssicherheit beeinträchtige. Gleichzeitig einigten sich die Länder – darunter Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate – auf eine Fördererhöhung von 206.000 Barrel täglich im Mai. Experten werten diesen Schritt angesichts der Exportprobleme durch den Iran-Krieg jedoch als eher symbolisch.

Die anhaltend hohen Rohölpreise schüren Inflations- und Konjunktursorgen. Das Stimmungsbarometer für die Eurozone brach im April laut der Beratungsfirma Sentix um 16,1 Punkte auf minus 19,2 Zähler ein – das tiefste Niveau seit April 2025. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf minus 9,0 Punkte erwartet. Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy erklärte: „Investoren erkennen zunehmend, dass das Risiko einer erneuten Rezession wieder in den Fokus rückt."

Rezessionsgefahr für Deutschland wächst

Auch für die deutsche Wirtschaft zeichnet sich ein düsteres Bild ab. Das Sentix-Barometer für Deutschland fiel um 15,6 auf minus 27,7 Zähler – ebenfalls der tiefste Stand seit April 2025. Die Konjunkturerwartungen der Anleger für Deutschland sanken um 18,6 Punkte auf minus 16,8 Zähler, den niedrigsten Wert seit September 2024.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für dieses Jahr nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent. In ihrer Herbstprognose hatten sie noch ein Plus von 1,3 Prozent veranschlagt – der Iran-Krieg hat die Wachstumsaussichten damit erheblich eingetrübt.

Goldpreis gibt kurzfristig nach

Beim Gold zeigten sich Anleger vor Ablauf des US-Ultimatums zurückhaltend. Eine Feinunze verbilligte sich am Dienstagmorgen um bis zu 0,6 Prozent auf 4.617,36 Dollar. Zwar schüren die hohen Ölpreise Inflationssorgen, doch höhere Zinsen mindern die Attraktivität des zinslosen Edelmetalls.

Langfristig sieht Ilya Spivak von der Finanzhandelsplattform Tastylive dennoch Potenzial für Gold. „Im vergangenen Jahr hat Gold eine Eigendynamik entwickelt. Es ist wahrscheinlich, dass sich dies in diesem Jahr wiederholt, sobald sich die aktuellen Risiken gelegt haben." Bis Jahresende seien Preise zwischen 5.500 und 6.000 Dollar denkbar.

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