DAX bleibt trotz Trumps Zollplänen erstaunlich stabil
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Die Anleger an den deutschen Börsen haben trotz neuer Zolldrohungen aus Washington überraschend gelassen reagiert. Der DAX schloss am Montag nur leicht im Minus und verlor 0,38 Prozent auf 24.160 Punkte. Zwar sorgte die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Einfuhren aus der Europäischen Union ab dem 1. August mit einem Zollsatz von 30 Prozent zu belegen, für Unruhe, doch überwog unter den Investoren die Hoffnung auf eine Einigung im transatlantischen Handelskonflikt.
Die EU-Kommission zeigte sich weiter gesprächsbereit. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic betonte nach Beratungen mit den Handelsministern der Mitgliedsstaaten, man sei einer Einigung mit den USA sehr nahe. Zugleich stellte er klar, dass ein Abkommen auch für Europa Vorteile bringen müsse. Die EU wolle zwar eine Eskalation vermeiden, werde bei einem Scheitern der Verhandlungen jedoch mit Gegenmaßnahmen reagieren.
An den Märkten blieb die Stimmung dennoch relativ stabil. Auch der MDAX gab mit einem Minus von 0,46 Prozent auf 32.211 Punkte nur leicht nach. Marktbeobachter sahen Trumps Vorstoß als Versuch, den Druck in den laufenden Gesprächen zu erhöhen, ohne bereits Fakten zu schaffen. Die EU reagierte entsprechend zurückhaltend, in der Hoffnung, dass diplomatische Lösungen möglich bleiben.
Auch international blieben die Märkte ruhig. An der Wall Street zeigten sich die großen Indizes zur Mittagszeit kaum verändert. Die Anleger hielten sich angesichts der unsicheren Lage im Zollstreit und vor Beginn der Berichtssaison der US-Banken mit größeren Engagements zurück. Citigroup, JP Morgan und Wells Fargo legen am Dienstag ihre Zahlen vor, weitere Branchengrößen folgen im Wochenverlauf.
Der Euro zeigte sich angesichts der Entwicklungen leicht schwächer und notierte bei 1,1673 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1690 Dollar fest. Experten erwarten, dass die Unsicherheit über mögliche US-Zölle das Investitionsklima belasten könnte.
Unternehmensseitig sorgten unter anderem BASF und Brenntag für Schlagzeilen. Beide Konzerne senkten wegen der anhaltenden Unsicherheit im Zollumfeld ihre Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr. Zalando geriet unter Druck, nachdem Analysten ihre Ergebnisprognosen wegen wachsender Konkurrenz durch Social-Media-Plattformen senkten. Positiv entwickelte sich hingegen die Aktie der Commerzbank, die von Übernahmespekulationen und positiven Analystenkommentaren profitierte.
