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DAX bleibt stabil trotz globaler Unsicherheiten

Anleger beobachten US-Handelspolitik, Konjunkturerwartungen sinken, Euro und Wall Street im Fokus

3 Min
DAX bleibt stabil trotz globaler Unsicherheiten

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt zeigten sich weiterhin optimistisch, obwohl Unsicherheiten durch mögliche US-Zölle bestanden. Der DAX konnte zwar kein weiteres Rekordhoch verzeichnen, hielt sich jedoch auf hohem Niveau. Nachdem der Index am Vortag mit 21.054 Zählern ein neues Rekordhoch erreicht hatte, schloss er am Dienstag mit einem leichten Anstieg von 0,25 Prozent bei 21.042 Punkten. Dies war nur knapp unter seinem Tageshoch und zum ersten Mal über der Marke von 21.000 Punkten. Die Schwankungsbreite des Index blieb mit einer Spanne zwischen 20.922 und 21.043 Zählern relativ gering. Der MDAX der mittelgroßen Unternehmen hingegen verzeichnete einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent auf 25.972 Punkte.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtete sich auf die handelspolitischen Entscheidungen des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Entgegen der Befürchtungen wurden bislang keine neuen Zölle verhängt, was jedoch nicht die generelle Unsicherheit ausräumte. Trump hatte hohe Zölle auf Importe aus Kanada und Mexiko sowie mögliche Maßnahmen gegen China in Aussicht gestellt. Analysten erwarteten, dass er gezielt vorgehen würde, anstatt pauschale Abgaben auf alle Importgüter zu erheben. Die Unklarheit über den genauen Zeitpunkt und das Ausmaß dieser Maßnahmen sorgte weiterhin für Verunsicherung an den Finanzmärkten.

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland hatten sich im Januar eingetrübt. Der ZEW-Index, der die Erwartungen von Finanzmarktexperten misst, fiel unerwartet stark um 5,4 Punkte auf 10,3 Zähler. Belastend wirkten insbesondere die schwache Nachfrage im Baugewerbe und ein Rückgang der Konsumausgaben. Zudem sorgten politische Unsicherheiten im Inland und die unklare wirtschaftspolitische Ausrichtung der US-Regierung für Zurückhaltung unter Investoren.

Am Devisenmarkt konnte sich der Euro leicht verbessern und notierte knapp über der Marke von 1,04 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0357 Dollar fest, nachdem sich der Eindruck verstärkte, dass Trump keine sofortigen Zollerhöhungen vornehmen würde. Die Möglichkeit künftiger Zölle könnte jedoch Inflationsängste schüren und Zinserhöhungen der Federal Reserve nach sich ziehen.

An der Wall Street zeigte sich ein gemischtes Bild. Der Dow Jones legte um rund ein Prozent zu und erreichte ein Tageshoch von 43.934 Punkten. Auch der S&P 500 stieg um 0,6 Prozent, während die Nasdaq-Börse weniger stark performte. Marktbeobachter warteten gespannt auf die Quartalszahlen von Netflix, die nach Börsenschluss erwartet wurden. Besondere Aufmerksamkeit lag auf den Werbeeinnahmen des Streaminganbieters.

Die Apple-Aktie geriet unter Druck und fiel um 4,2 Prozent. Analysten hatten sich skeptisch zu den iPhone-Verkäufen in China geäußert, was bereits vor Börsenöffnung zu einem Rückgang von 2,1 Prozent führte. Apple könnte im Wettbewerb mit Nvidia um den Titel des wertvollsten Unternehmens erneut zurückfallen.

Die Windenergiebranche musste Verluste hinnehmen, nachdem der dänische Konzern Orsted milliardenschwere Wertberichtigungen auf Windkraftprojekte in den USA vornehmen musste. Die Aktie von Orsted fiel um fast 17 Prozent, was auch die Kurse von RWE und Vestas belastete. Zudem plante die US-Regierung unter Trump, Genehmigungsverfahren für Energieprojekte zu straffen und staatliche Unterstützung für große Windparks zu reduzieren.

Die Commerzbank bekräftigte ihre Pläne zur milliardenschweren Ausschüttung an ihre Aktionäre. Der erste Teil des Aktienrückkaufs im Umfang von 600 Millionen Euro wurde abgeschlossen, wobei 38,8 Millionen Aktien zu einem Durchschnittspreis von 15,45 Euro zurückgekauft wurden. Der Antrag für weitere 400 Millionen Euro lag noch bei den Aufsichtsbehörden.

Der europäische Automarkt zeigte im Jahr 2024 eine stagnierende Entwicklung im Bereich der E-Autos. Während insgesamt 0,8 Prozent mehr Neuwagen zugelassen wurden, sank der Marktanteil der Elektrofahrzeuge von 14,6 auf 13,6 Prozent. Besonders in Deutschland war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Der Logistikkonzern DHL plante, die Zahl seiner Paketautomaten in Deutschland bis 2030 zu verdoppeln. Derzeit gab es rund 15.000 Pack- und Poststationen, bis Ende des Jahres sollten 2.000 weitere hinzukommen. Langfristig strebte DHL 30.000 Automaten an, um die Zustellung effizienter zu gestalten.

Der US-Mischkonzern 3M konnte das vierte Quartal stärker als erwartet abschließen. Das Unternehmen erreichte seine Jahresziele am oberen Ende der Prognosen. Konzernchef William Brown zeigte sich zuversichtlich für das kommende Jahr und plante, den Gewinn weiter zu steigern. Die Aktie legte um fast fünf Prozent zu und gehörte zu den besten Werten im Dow Jones.

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