DAX bleibt ohne Schwung zum Wochenstart
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Die Anleger an den deutschen Aktienmärkten zeigten sich zum Wochenstart zurückhaltend. Trotz positiver Vorgaben aus den USA und ermutigender heimischer Konjunkturdaten konnte der DAX gestern keinen nachhaltigen Schwung entwickeln. Der Leitindex pendelte in einer engen Handelsspanne zwischen 24.222 und 24.377 Punkten und schloss schließlich bei 24.273 Zählern, was einem Minus von 0,37 Prozent entsprach. Der MDAX zeigte sich etwas fester und legte leicht um 0,24 Prozent zu. Beobachter wiesen darauf hin, dass es weiterhin an Kaufinteresse fehle, um den DAX über das jüngste Allzeithoch hinauszutragen.
Das ifo-Institut meldete eine leichte Aufhellung des Geschäftsklimas in Deutschland. Der Index stieg im August auf 89,0 Punkte, nachdem er im Juli bei 88,6 Zählern gelegen hatte. Grundlage der Erhebung sind die Einschätzungen von rund 9.000 Führungskräften. Während die Erwartungen positiver bewertet wurden, fiel die Beurteilung der aktuellen Lage etwas schwächer aus. Der Präsident des Instituts, Clemens Fuest, sprach von einer weiterhin schwachen Erholung der deutschen Wirtschaft. Auch die KfW zeigte sich vorsichtig optimistisch und rechnet mit einem leichten Wachstum im laufenden Jahr. Die Bauwirtschaft berichtete zudem von einer guten Auftragslage im ersten Halbjahr.
Einzelne Aktienwerte rückten in den Fokus. Rheinmetall gehörte mit einem Kursplus von 1,7 Prozent zu den Gewinnern im DAX. Investoren griffen erneut bei Rüstungswerten zu, da es weiterhin keine Fortschritte im Ukraine-Konflikt gebe. Im MDAX sorgte die Aktie von Puma für Aufsehen, die nach Gerüchten über einen möglichen Anteilsverkauf durch die Familie Pinault um fast 16 Prozent nach oben sprang. Auch die Commerzbank blieb im Gespräch, nachdem UniCredit ihren Anteil auf rund 26 Prozent erhöhte und damit die Schwelle für ein mögliches Pflichtangebot näher rückte.
In den USA zeigten sich die Märkte uneinheitlich. Während der Dow Jones im Mittagshandel rund 0,4 Prozent verlor, konnten sich Nasdaq und S&P 500 leicht ins Plus bewegen. Die Euphorie über mögliche Zinssenkungen durch die Federal Reserve ließ etwas nach, stattdessen traten erneut Sorgen über Zölle und Inflation in den Vordergrund. Intel legte um 1,7 Prozent zu, nachdem bekannt wurde, dass die US-Regierung einen knapp zehnprozentigen Anteil an dem Chipkonzern erworben hat.
Auch an den Devisen- und Rohstoffmärkten blieb Bewegung. Der Euro gab nach, konnte aber die deutlichen Gewinne vom Freitag größtenteils halten und wurde am späten Nachmittag bei 1,1670 Dollar gehandelt. Der Ölpreis stieg leicht, ein Barrel Brent kostete 68,13 Dollar. Am Markt stand zudem die Einführung neuer US-Strafzölle gegen Indien im Mittelpunkt, die den Ölhandel mit Russland betreffen.
Für Aufsehen sorgten zudem zwei Unternehmensmeldungen. Opel verschiebt seine vollständige Umstellung auf Elektrofahrzeuge und will weiterhin auch Verbrenner anbieten. Die Lufthansa plant laut einem Bericht eine neue Konzernstruktur, bei der zentrale Steuerungsaufgaben künftig direkt in der Unternehmenszentrale gebündelt werden sollen. In China wurde die Aktie von Evergrande nach 15 Jahren von der Börse genommen, nachdem das Unternehmen die Wiederaufnahme des Handels nicht fristgerecht umsetzen konnte. Schließlich kündigte der US-Getränkeriese Keurig Dr Pepper eine milliardenschwere Übernahme des niederländischen Kaffeeproduzenten JDE Peet’s an.
