DAX beendet Woche mit Kursgewinnen
US-Berichtssaison und Zinsspekulationen beeinflussen den Börsentrend weiterhin

Mit Kursgewinnen beim DAX endete eine bewegte Börsenwoche noch versöhnlich. Die Blicke der Investoren richten sich derweil weiterhin in die USA, wo wichtige Daten in der kommenden Woche erwartet werden. Mit einer steigenden Wall Street im Rücken ging der deutsche Aktienmarkt mit Gewinnen ins Wochenende. Der DAX, der am Morgen noch im Minus lag und sein Tagestief bei 18.218 Punkten markierte, schloss bei 18.417 Punkten und damit nahe seines Tageshochs bei 18.428 Zählern. Prozentual legte der deutsche Leitindex damit um 0,65 Prozent zu. Auf Wochensicht ergibt sich ein Gewinn von 1,3 Prozent. Der zuletzt schwache MDAX der mittelgroßen Unternehmen legte 0,66 Prozent zu und erreichte 25.116 Zähler.
Damit endete der Handel nach einer heftigen Berg- und Talfahrt im Wochenverlauf im DAX versöhnlich. "Dafür, dass es mit den Technologieaktien in den USA in dieser Woche deutlich und zeitweise gar panisch nach unten ging, präsentierte sich der Deutsche Aktienindex ziemlich stabil", kommentierte Konstantin Oldenburger, Analyst vom Broker CMC Markets. Neue heimische Unternehmensdaten fielen durchwachsen aus. Die Zahlenwerke der beiden DAX-Konzerne BASF und Mercedes für das zweite Quartal sorgten kaum für Aufbruchstimmung. Auch neue US-Inflationsdaten boten keine größere Überraschung.
Die Anleger weltweit blicken besonders auf die Berichtssaison der großen, hochbewerteten Technologieaktien in den USA. Die Quartalsberichte von Tesla und der Google-Mutter <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet, die die Markterwartungen verfehlten, zeigten, wie schnell die Stimmung kippen kann. Die Technologiebörse Nasdaq brach zur Wochenmitte deutlich ein und drückte die Märkte weltweit. Die Wall Street erlebte ihren schwärzesten Tag seit 2022. Experten der Hessischen Landesbank (Helaba) vermuten, dass die "unterstellten Konsens-Gewinnschätzungen überzogen sind und weiteren Korrekturbedarf nach sich ziehen könnten." In der kommenden Woche legen Microsoft, Meta, Apple und Amazon ihre Quartalsberichte vor. Diese Daten, zusammen mit Spekulationen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), dürften den weiteren Börsentrend bestimmen. Zudem werden die offiziellen Juli-Daten der US-Arbeitsmarkt veröffentlicht - ein wichtiges Puzzleteil für die Geldpolitik der Fed.
Zum Wochenschluss erholen sich US-Börsen und legen allesamt zu. Der Leitindex Dow Jones baut seine Gewinne aus und gewinnt rund 1,5 Prozent. Auch die Nasdaq steigt um gut 0,6, der marktbreite S&P-500-Index um 0,9 Prozent. Unter den Einzelwerten steht der Mischkonzern 3M im Fokus, dessen Aktie im Dow Jones um 19 Prozent nach oben springt. Das Unternehmen blickt zuversichtlich auf den Gewinn im laufenden Jahr.
Neben der Quartalsberichterstattung blickten die Investoren auf den PCE-Preisdeflator in den USA, einen zentralen Indikator für die Inflationsentwicklung. Die Messzahl stieg um 2,5 Prozent zum Vorjahresmonat. Der Rückgang von 2,6 Prozent im Vormonat war so erwartet worden. Die Kernrate verharrte bei 2,6 Prozent. An den Finanzmärkten wird überwiegend eine Zinssenkung im September erwartet. Die Europäische Zentralbank könnte am 12. September einen zweiten Lockerungsschritt folgen lassen. Der Euro legte gegen den Dollar auf 1,0858 Dollar zu. Der schwächere Dollar stützte den Goldpreis, der zuletzt um 0,75 Prozent auf 2.381 Dollar zulegte. Die Ölpreise tendieren um gut 2,0 Prozent schwächer.
Der Bitcoin stieg wieder über 67.000 Dollar. Am Vortag war der Kurs im frühen Handel stark gefallen und rutschte zeitweise unter 64.000 Dollar. Die Kursentwicklung zeigt die Schwankungsanfälligkeit des Kryptohandels. Die Vorzugsaktien des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius führten mit einem Plus von 6,5 Prozent den DAX an. 2024 notieren sie dennoch fast 27 Prozent im Minus. Zu den größten Gewinnern im DAX gehörte die Rheinmetall-Aktie, da der Rüstungskonzern Mörsermunition an die Schweiz liefert.
Mercedes verzeichnete im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang. Die Aktien gaben leicht nach. BASF-Aktien büßten als DAX-Schlusslicht rund 2,3 Prozent ein. Der Chemiekonzern verzeichnete einen Umsatzrückgang. Der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA hob seine Ziele für das laufende Jahr leicht an.
In Wolfsburg begann das traditionelle GTI-Treffen für die Fans des sportlichen VW Golf. Traton hat im ersten Halbjahr trotz eines Absatzrückgangs mehr Geld verdient. Aktien von Thyssenkrupp fielen über acht Prozent, nachdem der Konzern die Prognose erneut gesenkt hatte. Hensoldt verzeichnete einen Rekordauftragsbestand. Die ChatGPT-Entwicklerfirma OpenAI könnte Google mit einer eigenen Suchmaschine herausfordern. Meta will beim weltgrößten Brillen-Anbieter EssilorLuxottica einsteigen. Crowdstrike gab bekannt, dass die meisten Windows-Sicherheitssensoren nach einer weltweiten IT-Panne wieder online sind.
