DAX beendet längste Gewinnserie mit Verlusten
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Der Deutsche Aktienindex (DAX) hat nach einer zehn Tage andauernden Gewinnserie erstmals wieder mit einem Minus von 0,35 Prozent auf 18.357 Punkte geschlossen. Dies markiert das Ende einer der längsten Gewinnserien in der Geschichte des DAX. Auch der MDAX der mittelgroßen Werte verzeichnete Verluste und schloss um 0,74 Prozent tiefer bei 24.769 Punkten. Maßgeblich für den Rückgang war die schwache Tendenz der Wall Street, die ebenfalls im Minus tendierte und die positive Entwicklung des deutschen Marktes in den letzten Tagen gestützt hatte.
In den USA drehten die großen Aktienindizes Dow Jones und S&P 500 nach anfänglicher Stabilität ins Minus, wobei der Nasdaq-Index um knapp ein halbes Prozent nachgab. Trotz starker Einzelhandels- und Arbeitsmarktdaten, die jüngst die Stimmung der Investoren verbesserten, blieb die Unsicherheit über die weitere geldpolitische Entwicklung in den USA bestehen. Diese Unsicherheit sorgte bereits am Vortag für Zurückhaltung bei den Anlegern, obwohl der DAX noch mit einem Plus von 18.421 Punkten aus dem Handel ging.
In Deutschland hingegen enttäuschten die jüngsten Konjunkturdaten, insbesondere die schwachen Auftragseingänge der Industrie im Juli und rückläufige Stimmungsindikatoren wie der ifo-Index. Trotz dieser negativen Entwicklungen konnte der DAX in den letzten Tagen zulegen, da die Zinssignale aus den USA die heimischen Schwächen überlagerten. Experten wie Jochen Stanzl von CMC Markets kommentierten die derzeitige Rally des DAX als eine der überraschendsten des Jahres, trotz der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Märkte bewegt, ist das bevorstehende Notenbankertreffen in Jackson Hole, USA. Anleger erhoffen sich von der Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik. Powell hatte im Juli eine mögliche Zinssenkung für September signalisiert, diese jedoch von den weiteren Konjunkturdaten abhängig gemacht. Die Erwartungen an das Treffen und die potenziellen Entscheidungen beeinflussen weiterhin die Marktstimmung.
Auch der Euro profitierte von den Spekulationen über sinkende Zinsen in den USA und stieg auf 1,1103 Dollar, den höchsten Stand seit Dezember. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1084 Dollar fest. Gleichzeitig setzten die deutschen Erzeugerpreise ihren seit über einem Jahr andauernden Rückgang fort, wenn auch in abgeschwächter Form. Die Preise fielen im Juli um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was auf ein Ende dieses Trends hindeuten könnte.
Der Goldpreis hingegen erreichte ein Rekordhoch von bis zu 2.526 Dollar je Feinunze, bevor er im Verlauf leicht nachgab. Angetrieben wurde diese Rally durch die Erwartungen an eine Zinssenkung in den USA und einen schwachen Dollar. Die defensive Haltung der Anleger spiegelte sich auch in den Einzelwerten des DAX wider, wobei defensive Aktien wie Henkel und Eon zu den Tagesgewinnern zählten. Dagegen verlor Rheinmetall aufgrund der Sorgen um eine mögliche Reduzierung der Militärhilfe für die Ukraine.
