DAX auf Rekordkurs trotz Zollstreit
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Der Höhenflug des DAX hält an: Der deutsche Leitindex erreichte gestern mit 24.609 Punkten eine neue Rekordmarke und schloss den Handelstag mit einem Allzeithoch von 24.549 Zählern. Das entspricht einem Tagesplus von 1,42 Prozent. Trotz anhaltender Unsicherheiten rund um die Handelsverhandlungen zwischen der EU und den USA zeigen sich Anleger weiterhin kaufbereit. Die Aussicht auf ein mögliches Handelsabkommen nach einem angekündigten Brief von US-Präsident Donald Trump nährt die Hoffnungen an den Märkten.
Nicht nur der DAX zeigte sich robust: Auch die Indizes der zweiten Reihe legten deutlich zu. Der MDAX kletterte um 1,54 Prozent auf 31.536 Punkte und erreichte im Tagesverlauf mit 31.579 Punkten den höchsten Stand seit 2022. Der SDAX, der bereits am Vortag ein Rekordhoch markiert hatte, setzte seinen Höhenflug fort und notiert nun bei rund 18.000 Punkten. Besonders gefragt sind weiterhin Infrastruktur- und Rüstungswerte, die von den Sondervermögen des Bundes profitieren.
Ein Blick auf einzelne Unternehmen zeigt Siemens mit einem kräftigen Plus von 3,9 Prozent an der DAX-Spitze. Die Aktie des Industriekonzerns war zuletzt zurückgeblieben, befindet sich aber weiter unter dem Allzeithoch. Auch die Allianz legte um 1,3 Prozent zu. Am unteren Ende des DAX rangierte hingegen der Labordienstleister Sartorius, dessen Aktie um 1,8 Prozent nachgab.
Im internationalen Vergleich sticht der DAX mit seiner Stärke hervor. Während an der Wall Street Zurückhaltung dominiert, fließt Kapital zunehmend von den USA nach Europa. Grund dafür ist die Unsicherheit über die künftige US-Zollpolitik. Die Federal Reserve hält sich angesichts der Lage zurück und verweist auf mögliche geldpolitische Anpassungen. US-Präsident Trump bringt derweil mit neuen Ankündigungen, darunter ein 50-prozentiger Kupferzoll, zusätzliche Volatilität an den Rohstoffmärkten.
Bei den Tech-Werten stehen erneut <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft und Nvidia im Fokus: Beide Unternehmen erzielten neue Rekordstände. Nvidia übertraf erstmals eine Börsenbewertung von vier Billionen Dollar. Auch Meta sorgte für Aufmerksamkeit: Der Konzern baute seine Beteiligung am Optikkonzern EssilorLuxottica aus, was Spekulationen über eine vertiefte Kooperation im Bereich smarter Brillen nährt.
Auf dem Devisenmarkt zeigte sich der Euro gegenüber dem Dollar weitgehend stabil bei rund 1,17 US-Dollar. Für den Kupferpreis brachte Trumps Zoll-Ankündigung einen deutlichen Rücksetzer. Dagegen profitierte die Aktie von Aurubis mit einem Plus von 4,5 Prozent. Bei Volkswagen führten steigende Absätze von E-Autos in Europa und Verbrennern in China zu einem leichten Verkaufsanstieg.
Die Commerzbank gerät derweil stärker in den Fokus: Die italienische UniCredit hält nach einem Derivatetausch nun rund 20 Prozent der Anteile. Ein Übernahmeszenario rückt damit näher, auch wenn der Widerstand aus dem Aufsichtsrat bestehen bleibt.
