DAX-Anleger nervös vor US-Inflationsdaten
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind in dieser Woche aufgrund der anstehenden US-Inflationsdaten nervös und halten sich zurück. Der deutsche Leitindex DAX hat Schwierigkeiten, die runde Marke von 16.000 Punkten zu überwinden, nachdem er vergangene Woche kurzzeitig über dieser Marke notierte. Experten sprechen von einem Fehlausbruch und erwarten, dass die Bullen Schwierigkeiten haben werden, einen neuen Anlauf zu wagen. Von der Wall Street kommen durchwachsene Vorgaben, da sich die Investoren Sorgen um die US-Inflation, die US-Schuldenobergrenze und die trüben Aussichten bei den Unternehmen machen.
Auch in Asien hat die Nervosität zugenommen und die Märkte ins Minus gedrückt. Der Nikkei-Index ist von einem 16-Monats-Hoch abgerutscht und lag bei 29.113 Punkten, während die Börse in Shanghai ein Prozent verlor. Im Devisenhandel zeigt der Dollar etwas Schwäche, während der Euro leicht anzieht. Die Feinunze Gold ist im frühen Handel um 0,3 Prozent gesunken und kostet nun gut 2030 Dollar.
Auf Unternehmensebene rückt am Morgen die E.ON-Aktie mit Zahlen in den Fokus. Der Energiekonzern blickt optimistischer auf das Gesamtjahr, nachdem er im ersten Quartal einen Ergebnissprung verzeichnet hat. Der Medizintechnik-Konzern Siemens Healthineers gibt einen Teil des Geschäfts seiner milliardenschweren Übernahme Corindus auf und muss eine Abschreibung von 329 Millionen Euro verbuchen. Der Volkswagen-Konzern will heute auf der Hauptversammlung seine Aktionäre über den Stand der Dinge informieren und dabei auch operative Probleme wie die kriselnde Softwareentwicklung und das schwächelnde Geschäft in China ansprechen.
In anderen Branchen haben fehlende Teile von Zulieferern den weltgrößten Flugzeugbauer Airbus auch im April belastet. Der Apartment- und Zimmervermittler Airbnb hat die Anleger nach US-Börsenschluss mit einem verhaltenen Geschäftsausblick enttäuscht, was zu einem Einbruch der Aktie um mehr als zehn Prozent geführt hat. In einem anderen Übernahmeangebot hat der US-Finanzinvestor Bain Capital angekündigt, bis zu 36 Euro je Aktie für die Software AG zahlen zu wollen, während Konkurrent Silver Lake sein Angebot auf 32 Euro erhöht hat.
In einem Gerichtsverfahren wird heute entschieden, ob die EU-Kommission das milliardenschwere Hilfspaket der Bundesregierung für die Lufthansa in der Corona-Pandemie genehmigen durfte. Zwei Konkurrenten, Ryanair und Condor, hatten gegen die Entscheidung geklagt. Die Bundesregierung hatte im Frühjahr 2020 die größte deutsche Fluggesellschaft mit sechs Milliarden Euro gestützt. Die Entscheidung könnte weitreichende Auswirkungen auf die Unterstützung von Unternehmen durch die Regierungen in Europa haben.
