Dassault Systèmes: Historischer Kurssturz um 18 Prozent nach enttäuschenden Quartalszahlen
Französischer Software-Konzern verzeichnet schlimmsten Handelstag der Firmengeschichte mit massivem Kurseinbruch.

Die Aktien des französischen Software-Konzerns Dassault Systèmes erlebten am Mittwoch einen dramatischen Einbruch. Im frühen Handel stürzten die Papiere zeitweise um bis zu 21 Prozent ab, bevor sie sich bis 9:30 Uhr Londoner Zeit auf einem Minus von rund 18 Prozent stabilisierten. Der Handel mit der in Paris notierten Aktie musste zur Eröffnung kurzzeitig ausgesetzt werden.
Auslöser für den historischen Kurssturz waren die am Mittwochmorgen veröffentlichten Quartalszahlen. Im vierten Quartal 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Rückgang der Software-Umsätze um fünf Prozent. Für das Gesamtjahr stagnierte der Umsatz bei 6,24 Milliarden Euro (7,43 Milliarden Dollar) und blieb damit unter den Erwartungen der Analysten, die laut LSEG-Daten mit 6,3 Milliarden Euro gerechnet hatten.
Besonders enttäuschend fiel auch der Software-Umsatz aus, der mit 5,64 Milliarden Euro kaum Wachstum zeigte. Die schwachen Zahlen wurden von einer verhaltenen Prognose für 2026 begleitet: Dassault Systèmes rechnet mit einem Umsatzwachstum von lediglich drei bis fünf Prozent.
KI-Strategie als Hoffnungsträger
Trotz der enttäuschenden Zahlen setzt CEO Pascal Daloz auf künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber. Das Unternehmen werde "die industrielle KI-Transformation anführen", erklärte er in einer Mitteilung. Als Schlüsseltechnologie nannte Daloz das KI-Angebot 3D UNIV+RSES.
Die Software-Branche steht generell unter Druck. Bereits in der Vorwoche hatten neue KI-Tools von Anthropic einen Ausverkauf bei Software-as-a-Service-Anbietern ausgelöst. Dassault Systèmes verlor in diesem Zeitraum bereits mehr als vier Prozent an Wert.
Analysten sprechen von SaaS-Apokalypse
Aoifinn Devitt, Senior Investment Advisor bei Moneta, ordnete den Kurssturz in einen größeren Markttrend ein. Der drastische Einbruch sei das jüngste Beispiel für den sogenannten "SaaS-Apokalypse"-Trade, bei dem Anleger massiv aus Software-as-a-Service-Aktien aussteigen.
Die UBS-Analysten bewerteten den Ergebnisbericht als "schwachen Abschluss und schwachen Ausblick" für das Unternehmen. Die Kombination aus enttäuschenden Quartalszahlen, stagnierendem Wachstum und verhaltener Prognose belastet die Aktie nachhaltig und wirft Fragen zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit des französischen Software-Riesen auf.
