CVS, Abbott, UnitedHealth: Drei Dividendenaktien trotzen höheren Treasury-Renditen
Trotz Renditen unter 5 Prozent und höherer Treasury-Zinsen gelten CVS, Abbott und UnitedHealth als starke Kaufkandidaten.

US-Staatsanleihen, sogenannte Treasuries, werfen derzeit höhere Renditen ab als viele klassische Dividendenaktien. Für Einkommensinvestoren könnte das auf den ersten Blick gegen Aktien sprechen. Doch drei Dividendenzahler aus dem US-Gesundheitssektor bieten etwas, das Staatsanleihen grundsätzlich nicht liefern können: Wachstum – sowohl bei der Ausschüttung als auch beim Aktienkurs.
Die Rede ist von CVS, Abbott und UnitedHealth. Alle drei weisen eine Dividendenrendite von unter 5 Prozent auf und liegen damit unter den aktuellen Renditen der 10-jährigen US-Treasuries. Dennoch stuft die Wall Street jede dieser Aktien als „starken Kauf" ein. Das Kursziel-Potenzial liegt jeweils bei über 40 Prozent.
Der entscheidende Unterschied zu Staatsanleihen ist das Dividendenwachstum. Während eine Treasury-Anleihe eine feste Verzinsung bis zur Fälligkeit bietet, können Unternehmen ihre Ausschüttungen Jahr für Jahr erhöhen. Genau das hebt diese drei Aktien von den Anleihen ab.
Die Details
Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen drei Unternehmen aus dem Gesundheitssektor, die unterschiedliche Geschäftsfelder abdecken. CVS ist im Bereich Apotheken und Gesundheitsdienstleistungen tätig, Abbott in der Medizintechnik und Diagnostik, UnitedHealth als großer Krankenversicherer und Gesundheitsdienstleister.
Das zentrale Merkmal dieser drei Titel ist ihre Dividendenhistorie. Abbott hat seine Ausschüttungen 54 Jahre in Folge gesteigert. UnitedHealth erhöht die Dividende seit 17 Jahren kontinuierlich. Damit gehören beide Unternehmen zu den verlässlichsten Dividendenzahlern ihrer Branche.
Trotz dieser Bilanz liegt die aktuelle Dividendenrendite aller drei Aktien unter 5 Prozent – und damit unter dem Niveau der 10-jährigen US-Staatsanleihen. Für Anleger, die ausschließlich auf die laufende Rendite schauen, wirken die Aktien damit weniger attraktiv als die Anleihen.
Die Wall Street sieht das anders. Analysten stufen jede der drei Aktien als „starken Kauf" ein. Das Kursziel liegt bei über 40 Prozent über dem aktuellen Kurs. Diese Einschätzung basiert auf der Erwartung, dass sich die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle weiterhin positiv entwickeln.
Kurzfristig haben jedoch mehrere Faktoren die Kurse belastet. Dazu zählen die 340B-Regelungen sowie die Kosten von Akquisitionen. Beide Punkte haben den Aktienkurs gedrückt, ohne die zugrunde liegenden Geschäftsmodelle zu gefährden. Die Unternehmen bleiben also operativ intakt, während der Markt kurzfristige Belastungen einpreist.
Hintergrund: Was bisher geschah
Das Thema Dividendenaktien hat aktien.news in den vergangenen Monaten mehrfach beschäftigt. Bereits am 28.06.2026 berichtete aktien.news unter dem Titel „Kluge Dividendenaktien: Diese Titel lohnen sich jetzt", dass Dividendenaktien unter Privatanlegern als bewährte Strategie gelten, um ein passives Einkommen aufzubauen und gleichzeitig vom langfristigen Kurswachstum zu profitieren. Gerade in einem unsicheren Marktumfeld rücken dem Bericht zufolge Titel mit verlässlichen Ausschüttungen wieder stärker in den Fokus. Das US-Finanzportal Motley Fool habe eine Auswahl der derzeit attraktivsten Dividendenaktien zusammengestellt – für ein Investitionsvolumen von rund 5.000 US-Dollar. Dabei achten Dividendeninvestoren nicht nur auf die aktuelle Rendite, sondern auch auf die Nachhaltigkeit der Ausschüttungen.
Bereits am 26.04.2026 hatte aktien.news berichtet, dass Wall-Street-Analysten drei Dividendenaktien für stabile Erträge empfehlen. Damals sorgten Spannungen im Nahen Osten für Unruhe an den globalen Aktienmärkten. Anleger, die in diesem unsicheren Umfeld nach stabilen Erträgen suchten, richteten ihren Blick verstärkt auf Dividendenaktien etablierter Unternehmen. Passives Einkommen durch regelmäßige Ausschüttungen galt in volatilen Phasen als bewährte Strategie zur Portfoliostabilisierung. Die Analyseplattform TipRanks erfasst und bündelt solche Analysteneinschätzungen.
Am 25.05.2026 verglich aktien.news unter dem Titel „AbbVie oder Pfizer: Welche Dividendenaktie überzeugt mehr?" zwei bekannte Dividendenzahler im Gesundheitssektor. AbbVie kam damals auf eine Dividendenrendite von 3,2 Prozent, Pfizer auf 6,7 Prozent. Der Bericht zeigte, dass sich hinter ähnlich klingenden Kennzahlen deutliche Unterschiede in Stabilität, Wachstumspotenzial und Sicherheit der Dividende verbergen können.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Gegenüberstellung von Dividendenaktien und Staatsanleihen ein wichtiger Orientierungspunkt. US-Treasuries gelten als besonders sicherer Hafen, bieten aber eine feste Verzinsung ohne Wachstumsperspektive. Dividendenaktien wie CVS, Abbott und UnitedHealth kombinieren dagegen eine laufende Ausschüttung mit der Chance auf steigende Kurse.
Das Dividendenwachstum ist dabei der zentrale Hebel. Wer eine Aktie über viele Jahre hält, profitiert nicht nur von der aktuellen Rendite, sondern auch von regelmäßigen Erhöhungen der Ausschüttung. Abbott hat seine Dividende 54 Jahre in Folge gesteigert, UnitedHealth seit 17 Jahren. Diese Kontinuität ist ein Signal für die Stabilität der Geschäftsmodelle.
Gleichzeitig sollten Anleger die kurzfristigen Belastungen nicht ausblenden. Die 340B-Regelungen und die Kosten von Akquisitionen haben die Kurse gedrückt. Solche Faktoren können die Entwicklung über mehrere Quartale beeinflussen. Die Einschätzung der Wall Street als „starker Kauf" mit über 40 Prozent Kurszielpotenzial ist eine Analystenmeinung und keine Garantie für künftige Kursgewinne.
Anleger sollten daher ihre eigene Risikotoleranz prüfen und die Dividendenrendite nicht isoliert betrachten. Die Kombination aus Ausschüttung, Dividendenwachstum und Kursentwicklung entscheidet langfristig über den Gesamtertrag. Dieser Artikel stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar.
Ausblick
Der Quelltext nennt keine konkreten Termine für die nächsten Quartalszahlen oder Dividendenerhöhungen. Im Fokus bleiben die kurzfristigen Druckfaktoren – die 340B-Regelungen und die Kosten der Akquisitionen. Sollten diese Belastungen nachlassen, könnte sich die Bewertung der drei Aktien wieder dem von Analysten genannten Kursziel annähern. Entscheidend bleibt, ob die Unternehmen ihr Dividendenwachstum fortsetzen.
Kurz erklärt
- Dividendenrendite: Das Verhältnis der jährlichen Ausschüttung einer Aktie zum aktuellen Aktienkurs.
- Treasury: Eine von der US-Regierung ausgegebene Staatsanleihe mit fester Verzinsung.
- 340B-Regelung: Ein US-Programm, das bestimmten Gesundheitseinrichtungen vergünstigte Medikamente ermöglicht.
