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Curaleaf macht 272-Millionen-Dollar-Übernahmeangebot für Aurora Cannabis öffentlich

Nach monatelangen gescheiterten Verhandlungen wendet sich Curaleaf direkt an Aurora-Aktionäre – mit einem Aufschlag von 45 Prozent.

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Curaleaf macht 272-Millionen-Dollar-Übernahmeangebot für Aurora Cannabis öffentlich

Curaleaf Holdings hat ein unaufgefordertes Übernahmeangebot in Höhe von 272 Millionen US-Dollar für den kanadischen Cannabis-Produzenten Aurora Cannabis öffentlich gemacht. Der in Connecticut ansässige Cannabis-Betreiber schlägt eine implizite Gegenleistung von 4,00 US-Dollar je Aurora-Aktie vor – und geht damit direkt an die Aktionäre, nachdem der Vorstand von Aurora Verhandlungen wiederholt abgelehnt hatte.

Gemäß den vorgeschlagenen Bedingungen würden Aurora-Aktionäre 0,3463 untergeordnete stimmberechtigte Aktien von Curaleaf sowie 0,75 US-Dollar in bar für jede gehaltene Aktie erhalten. Das Angebot entspricht einem Aufschlag von 45 Prozent gegenüber dem volumengewichteten 30-Tage-Durchschnittskurs (VWAP) von Aurora in Höhe von 2,75 US-Dollar. Ohne Berücksichtigung der Barmittel und Barmitteläquivalente in Auroras Bilanz steigt der implizite Aufschlag sogar auf 110 Prozent.

Monate erfolgloser Kontaktversuche

Curaleaf-CEO Boris Jordan hatte am 23. Juni 2026 eine formelle Absichtserklärung an Aurora-CEO Miguel Martin übermittelt und um eine gegenseitige Due-Diligence-Prüfung im Rahmen einer Vertraulichkeitsvereinbarung gebeten. Nachdem Aurora Verhandlungen ablehnte, reichte Curaleaf am 7. Juli 2026 ein Folgeschreiben ein – das jedoch ebenfalls zu keinen konstruktiven Gesprächen führte.

„Wir sind mehrfach privat und konstruktiv an Aurora herangetreten", sagte Jordan. „Wir waren sehr enttäuscht, dass der Vorstand eine ernsthafte Auseinandersetzung abgelehnt hat. Wir werden unseren Vorschlag nun direkt an die Aurora-Aktionäre richten, da der Aufschlag signifikant, die strategische Logik überzeugend und eine weitere Verzögerung nicht gerechtfertigt ist."

Aurora widersprach dieser Darstellung jedoch vehement. Das Unternehmen bestätigte zwar den Erhalt der Schreiben, merkte jedoch an, dass nur die Korrespondenz vom 7. Juli vorgeschlagene Finanzkonditionen enthielt – und auch diese hätten spezifische Details zum Mix aus Bar- und Aktienkomponenten vermissen lassen. Aurora erklärte zudem, dass ihr leitender unabhängiger Direktor noch am 24. Juli mit dem Curaleaf-CEO korrespondiert habe, wobei er einen fortlaufenden Dialog für die Zukunft nicht ausschloss.

Aurora prüft Sonderausschuss

Aurora kündigte an, die Angelegenheit sorgfältig zu prüfen. „Der Vorstand beabsichtigt, einen Sonderausschuss aus unabhängigen Direktoren zu bilden, um den Vorschlag zu prüfen, mit dem Ziel, die Vorgehensweise festzulegen, die im besten Interesse des Unternehmens und aller Stakeholder liegt", erklärte Aurora in seiner Stellungnahme.

Curaleaf selbst wies darauf hin, dass noch kein formelles Übernahmeangebot eingeleitet wurde und es keine absolute Gewissheit gibt, dass ein Angebot tatsächlich abgeschlossen wird. Die Transaktion befindet sich damit noch in einem frühen Stadium.

Im Falle eines erfolgreichen Abschlusses würde die Übernahme einen massiven globalen Akteur schaffen, der in 17 Ländern tätig ist und eine Pro-forma-Marktkapitalisierung von fast 3 Milliarden US-Dollar aufweist. Curaleaf würde zudem sofortigen Zugang zu Auroras jährlicher EU-GMP-Anbau- und Produktionskapazität von 50 Tonnen erhalten, einschließlich der kürzlich erworbenen Safari Flower Company.

Aurora-Aktie springt um 22 Prozent

Die Nachricht über das potenzielle Angebot ließ die Aurora-Aktie am 11. August um 22 Prozent auf 3,48 US-Dollar steigen. Das ist ein bemerkenswerter Kurssprung für ein Unternehmen, dessen Aktie in den vorangegangenen zwölf Monaten um rund 44 Prozent gefallen war. Belastet wurde Aurora zuletzt durch einen Umsatzrückgang im ersten Quartal des Geschäftsjahres um 8,9 Prozent, bedingt durch Schwäche in den kanadischen Konsum- und Medizinsegmenten.

Für deutsche Anleger ist das Geschehen besonders relevant, da Aurora Cannabis mit seiner EU-GMP-zertifizierten Produktion auch auf dem europäischen Medizinalcannabis-Markt aktiv ist. Eine Übernahme durch Curaleaf könnte die Kräfteverhältnisse im globalen Cannabis-Sektor erheblich verschieben und den Konsolidierungsdruck in der Branche weiter erhöhen.

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