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Credit Suisse: Milliardenabflüsse und Notfallmaßnahmen

Milliardenabflüsse bei der Credit Suisse trotz Gewinnausweis – Notfallmaßnahmen als Grund

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Credit Suisse: Milliardenabflüsse und Notfallmaßnahmen

Die Credit Suisse hat im ersten Quartal 2023 erneut massive Geldabflüsse zu verzeichnen. Insgesamt haben Kunden netto 61,2 Milliarden Franken abgezogen. Die verwalteten Vermögen der Schweizer Großbank schrumpften auf 1,25 Billionen Franken. Die Abflüsse haben sich zwar auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert, jedoch war bis zum 24. April keine Trendumkehr zu beobachten. Die Bank gab zudem bekannt, dass die geplante Wiederbelebung der Investmentbank CS First Boston gestorben sei. Die Bank hatte geplant, das Investmentgeschäft der M. Klein & Co. für rund 175 Millionen US-Dollar zu übernehmen, das gesamte Investmentgeschäft abzuspalten und später an die Börse zu bringen.

Der Nettogewinn von 12,4 Milliarden Franken für das erste Quartal wurde nicht im operativen Geschäft erzielt. Er geht auf die Notfallmaßnahmen im März zurück, die von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) im Hinblick auf den geplanten Zusammenschluss mit der UBS angeordnet wurden. Um Sonderfaktoren bereinigt ergab sich ein Vorsteuerverlust von 1,3 Milliarden Franken. Für das angelaufene zweite Quartal und das Gesamtjahr stellte die Bank einen erheblichen Vorsteuerverlust in Aussicht. Die Abschreibung auf null von Instrumenten des zusätzlichen Kernkapitals (AT1) im Umfang von 15 Milliarden Franken hatte bei den Gläubigern der Bank für erheblichen Unmut gesorgt und wird wohl noch juristisch aufgearbeitet.

Ende März hatte das Institut netto 108 Milliarden Franken Liquiditätshilfe von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Anspruch genommen. Bis heute hat die Credit Suisse davon zehn Milliarden zurückgezahlt. Im Rahmen des Zusammenschlusses mit der UBS könnten beide Banken auf Hilfen von Staat und SNB von bis zu rund 260 Milliarden Franken zugreifen. Die UBS hatte im letzten Jahr die Übernahme der Credit Suisse angekündigt. Dieser Schritt wurde jedoch durch die Finma gestoppt, die festgestellt hatte, dass die Credit Suisse ihr Geschäft mangelhaft kontrolliert hatte.

Der ausgewiesene Milliardengewinn hängt mit den Notfallmaßnahmen der Notenbank zusammen und täuscht somit über die tatsächliche Lage der Bank hinweg. Die andauernden Geldabflüsse und die Unsicherheit über die juristischen Folgen der Abschreibung der AT1-Instrumente machen die Zukunft der Credit Suisse weiterhin unsicher. Es bleibt abzuwarten, wie die geplante Übernahme durch die UBS sich auf die Lage der Bank auswirken wird.

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