CoreWeave verliert nach Börsengang an Boden
Unsicherheit und hohe Abhängigkeit von Microsoft belasten den Aktienkurs des Cloud-Providers

Die Aktie des US-Unternehmens CoreWeave, das auf Cloud-Computing und Künstliche Intelligenz spezialisiert ist, hat nach seinem Börsengang einen deutlich negativen Verlauf genommen. Am zweiten Handelstag gab der Kurs der Aktie spürbar nach, was als Indiz für eine gewisse Nervosität unter den Investoren gewertet werden kann. CoreWeave hatte ursprünglich geplant, vom Boom der Künstlichen Intelligenz zu profitieren und gleichzeitig den Markt für Börsengänge (IPOs) zu beleben. Diese Erwartungen wurden jedoch nicht erfüllt.
Das Unternehmen, das ursprünglich als Anbieter von Rechenleistung für die Kryptoindustrie an den Start gegangen war, musste aufgrund der unsicheren Marktlage den Umfang seines Börsengangs erheblich reduzieren. Statt der ursprünglich geplanten 49 Millionen Aktien wurden nur 37,5 Millionen angeboten, was einem Rückgang von 23,5 Prozent entspricht. Zudem wurde der Preis pro Aktie auf 40 Dollar festgelegt, deutlich niedriger als die ursprünglich angestrebten 55 Dollar. Dies führte zu einer Kapitalaufnahme von nur 1,5 Milliarden Dollar, was die Firmenbewertung auf rund 23 Milliarden Dollar reduzierte.
Trotz der gesenkten Erwartungen blieben die Erstinvestoren nach dem ersten Handelstag wenig erfreut. Der Kurs schloss zu diesem Zeitpunkt bei 40 Dollar, was keinen nennenswerten Anstieg gegenüber dem Eröffnungskurs darstellte. Am darauffolgenden Handelstag fiel der Kurs dann um mehr als acht Prozent. Insiderberichten zufolge wurde ein Investorentreffen am Mittwoch vor dem Börsengang von schlechten Marktbedingungen begleitet, als der Nasdaq-Index um 1,8 Prozent fiel. Zudem sorgte die Ankündigung von Microsoft, die Investitionen in Rechenzentren zu kürzen, für zusätzliche Unsicherheit.
CoreWeave hatte zuvor einen Vertrag mit OpenAI, dem Entwickler von ChatGPT, abgeschlossen, was für Anleger ein positives Signal darstellte. Doch die starke Abhängigkeit von Microsoft, dem Hauptkunden des Unternehmens, sowie die hohe Verschuldung von acht Milliarden Dollar wurden kritisch hinterfragt. Hinzu kam, dass CoreWeave die Mehrheit seiner Rechenzentren lediglich gepachtet hatte, was zu höheren laufenden Kosten führte. Diese Faktoren trugen zur Skepsis der Anleger bei.
Der Börsengang von CoreWeave scheint auch ein Spiegelbild der aktuellen Marktlage zu sein, die von Unsicherheit und einer rückläufigen Stimmung geprägt ist. Laut Experten reagiert der Markt für IPOs empfindlich auf negative Nachrichten. Die Auswirkungen des sogenannten „Deepseek-Schocks“, ausgelöst durch das chinesische Start-up Deepseek und dessen neues KI-Modell, das angeblich kostengünstiger als bestehende Modelle ist, dürften zudem das Vertrauen in die Marktprognosen für KI und Rechenleistung beeinflusst haben. CoreWeave könnte somit als eines der Unternehmen gelten, das unter den aktuellen Marktbedingungen leidet.
Zusätzlich zu diesen Herausforderungen hat Nvidia als Ankerinvestor im Börsengang 250 Millionen Dollar in CoreWeave investiert, was etwa 17 Prozent der angebotenen Aktien ausmacht. Ohne die Unterstützung von Nvidia, so CEO Michael Intrator, wäre der Börsengang vermutlich nicht zustande gekommen. Die Mehrheit der angebotenen Aktien wurde dabei an eine kleine Gruppe von Investoren verkauft, was die breitere Anlegerbasis weiter verunsicherte.
