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Continental trennt sich von Industriegeschäft

Konzern plant bis 2026 Fokussierung auf Reifen und verkauft weitere Sparte

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 Continental trennt sich von Industriegeschäft

Continental hat den nächsten großen Schritt zur Umstrukturierung des Konzerns angekündigt. Nach der bereits beschlossenen Abspaltung der Autosparte plant das Unternehmen nun auch die Trennung vom Industriegeschäft ContiTech. Ziel ist es, Continental künftig als reinen Reifenkonzern aufzustellen. Die Trennung von ContiTech soll voraussichtlich im Jahr 2026 vollzogen werden. Als wahrscheinlichste Optionen gelten derzeit ein Verkauf an einen Finanzinvestor oder an einen strategischen Käufer. Die Entscheidung des Vorstands wurde am Dienstag bekannt gegeben.

Die Strategie, sich auf das Reifengeschäft zu konzentrieren, soll insbesondere auf die Initiative von Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle zurückgehen. Reitzle, dessen Amtszeit bis zur Hauptversammlung 2026 läuft, gilt als maßgeblicher Architekt der Aufspaltung des Konzerns. Bereits zuvor hatte er die Trennung der Antriebssparte unter dem Namen Vitesco Technologies mitgetragen. Diese wurde inzwischen vom Schaeffler-Konzern übernommen. Auch die Börsennotierung der Autosparte ist für das Jahr 2025 geplant. Mit der Veräußerung von ContiTech würde Reitzle seine Neuordnung des Konzerns abschließen.

Im Zuge der geplanten Neuaufstellung wurde auch der Geschäftsbereich Original Equipment Solutions aus dem Industriegeschäft herausgelöst. Dieser Bereich, der unter anderem Gummiprodukte für Automobilhersteller liefert und rund zwei Milliarden Euro Umsatz erzielt, befindet sich bereits im Verkaufsprozess. Mehr als 16.000 Beschäftigte in 16 Ländern arbeiten in diesem Segment. Insgesamt beschäftigt ContiTech aktuell noch über 39.000 Mitarbeiter, nach der Abspaltung von OESL wären es rund 23.000.

ContiTech produziert eine breite Palette von Industrieprodukten, darunter Schläuche, Förderbänder, Luftfedern und Antriebsriemen. Auch Oberflächenmaterialien für Fahrzeuginnenräume und Folien für Schwimmbäder gehören zum Sortiment. Beliefert werden verschiedene Branchen wie Energie, Bergbau sowie die Land- und Bauwirtschaft. Die Sparte erreichte im Jahr 2024 eine bereinigte Ebit-Marge von 6,2 Prozent, während der Reifenbereich eine Marge von 13,7 Prozent erzielte.

Die organisatorischen Vorbereitungen zur Abspaltung laufen bereits seit Längerem. Mitarbeitende konnten sich bereits im Dezember für eine Tätigkeit in der künftigen Holding oder einem der drei Geschäftsbereiche entscheiden. Parallel dazu wurde die Konzernstruktur verschlankt, um die Eigenständigkeit der Geschäftsbereiche zu fördern. Auch wurden eigene Boards für die Bereiche eingerichtet, um die Verantwortung zu dezentralisieren.

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