Continental plant Stellenabbau
Continental will weltweit 5500 Stellen streichen

Der Automobilzulieferer Continental plant vermutlich einen massiven Stellenabbau. In der kriselnden Automotive-Sparte sollen demnach weltweit rund 5500 Arbeitsplätze gestrichen werden, über 1000 davon an deutschen Standorten. Mit den Sparmaßnahmen reagiert das DAX-Unternehmen auf die anhaltenden Probleme und Verluste im Geschäft mit Autokomponenten und Software.
Wie mit der Sache betraute Personen berichteten, will Continental vor allem Stellen in Verwaltungsbereichen abbauen. Die Produktion und Entwicklung seien von den Plänen ausgenommen, ebenso die Mitarbeitenden in der profitable Reifenherstellung. Offiziell bestätigt hat der Konzern die Angaben bislang nicht, man kommentiere keine Gerüchte, hieß es. Allerdings prüfe man weitere Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit im Automotive-Segment zu stärken. Dazu zählten auch mögliche Veränderungen in der Verwaltungsstruktur.
Trotz hoher Investitionen in den vergangenen Jahren trägt die Automotive-Sparte noch immer nicht zum Gewinn von Continental bei. Im Gegenteil: Im dritten Quartal 2022 musste sie einen Verlust von 2,6 Millionen Euro ausweisen. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet beläuft sich das Minus auf über 26 Millionen. Angesichts dieser Situation arbeitet der Vorstand derzeit an tiefgreifenden Restrukturierungsplänen, um die Profitabilität in diesem wichtigen Geschäftsbereich zu steigern.
Neben Einsparungen im Verwaltungsbereich erwägt Continental laut übereinstimmenden Medienberichten auch eine teilweise Abspaltung der Software-Entwicklung für automatisiertes Fahren. Für diesen zukunftsweisenden Bereich könnte demnach ein Joint Venture mit externen Partnern gegründet werden. Continental behielte dabei eine Minderheitsbeteiligung.
Die IG Metall hat bereits scharfe Kritik an einem möglichen Stellenabbau geübt. Die neue Gewerkschaftschefin Christiane Benner, die auch im Aufsichtsrat von Continental sitzt, warnte vor reinen Einsparmaßnahmen. Stattdessen müsse eine zukunftsweisende Strategie für wettbewerbsfähige Arbeitsplätze erarbeitet werden. Wie die Konzernführung auf diesen Appell reagiert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Klar ist: Continental steht angesichts hoher Verluste in der Automotive-Sparte unter massivem Druck, seine Strukturen in diesem Bereich zu straffen.
