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Continental kämpft mit Herausforderungen bei geplanter Abspaltung

Schwache Zahlen, Marktunsicherheiten und personelle Umbrüche gefährden den Börsengang

3 Min
Continental kämpft mit Herausforderungen bei geplanter Abspaltung

Continental plant weiterhin, seine Autosparte im Jahr 2025 an die Börse zu bringen. Doch die aktuellen Zahlen und Rahmenbedingungen lassen Zweifel an der Realisierbarkeit dieses Vorhabens aufkommen. Das Unternehmen hat kürzlich erste Finanzinformationen veröffentlicht, die einen schwierigen Markt und schwache Umsatzzahlen für die Sparte zeigen. Am 4. März wird der Autozulieferer die endgültigen Zahlen für das vierte Quartal 2024 vorlegen. Bereits im November hatte Vorstandschef Nikolai Setzer die herausfordernde Marktlage betont und Fortschritte beim Automotive-Ergebnis angekündigt. Nun deutet sich an, dass das Unternehmen das Jahr 2024 eher am unteren Rand der prognostizierten Umsatzspanne abschließen wird.

Die Prognosen von Continental sahen für den gesamten Konzern einen Umsatz zwischen 39,5 und 42 Milliarden Euro vor, wobei für die Autosparte ein Mindestumsatz von 19,5 Milliarden Euro und eine bereinigte Ebit-Marge von mindestens 2,5 Prozent erwartet wurden. In der Praxis lag die unbereinigte Marge jedoch oft niedriger. Die weltweite Produktion von leichten Nutzfahrzeugen stagnierte, und die für Continental besonders relevanten Märkte in Europa und Nordamerika gingen zurück. Verzögerungen bei neuen Fahrzeugmodellen der Hersteller belasten zusätzlich die Umsatzaussichten.

Ein positiver Faktor ist der chinesische Markt, der im vierten Quartal stark wuchs. Chinesische Autobauer konnten ihre Marktanteile ausbauen, allerdings hat Continental in China traditionell eine schwache Marktstellung. Im Jahr 2023 erzielte das Unternehmen dort nur elf Prozent seines Konzernumsatzes.

Das laufende Sparprogramm zeigt erste Erfolge. Im vierten Quartal sollen Einsparungen in Höhe von 200 Millionen Euro erreicht werden, nachdem bereits im dritten Quartal 100 Millionen Euro eingespart wurden. Trotz dieser Maßnahmen bleibt der Ausblick für 2025 herausfordernd. Die weltweite Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen dürfte weiter sinken. Unsicherheiten bestehen unter anderem durch Zölle, die Entwicklung des chinesischen Marktes und die weitere Lokalisierung der Produktion.

Das erste Quartal 2025 könnte für die Autosparte im Vergleich zum Vorjahresquartal besser ausfallen, doch das liegt vor allem an der schwachen Ausgangsbasis. Im ersten Quartal 2024 lag die bereinigte Ebit-Marge bei minus 4,3 Prozent. Dennoch plant Continental, die Marge im Jahr 2025 zu verbessern, vor allem durch weitere Kosteneinsparungen. Restrukturierungsmaßnahmen und der geplante Spin-off der Autosparte verursachen jedoch zusätzliche finanzielle Belastungen. Diese Effekte werden voraussichtlich auch 2025 anhalten.

Analysten zeigen sich skeptisch gegenüber dem Ausblick des Unternehmens. Besonders problematisch ist der anhaltend schwache Fahrzeugmarkt, der es Continental erschwert, Preissteigerungen in der profitablen Reifensparte durchzusetzen. Ohne eine spürbare Belebung des Geschäfts dürfte die Autosparte kaum langfristig stabilisiert werden, geschweige denn erfolgreich abgespalten werden.

Dennoch hält der Vorstand an der geplanten Abspaltung fest. Der Aufsichtsrat soll im März 2025 zustimmen, danach entscheidet die Hauptversammlung. Bis Ende des Jahres soll die Autosparte als eigenständige Europäische Aktiengesellschaft (SE) mit Börsennotierung in Frankfurt etabliert werden. Eine neue Marke soll Ende April eingeführt werden, und Philipp von Hirschheydt, derzeitiger Vorstand der Autosparte, soll das Unternehmen leiten.

Die geplante Abspaltung steht unter hohem Erfolgsdruck. Erste personelle Veränderungen deuten auf Unruhe hin: Finanzvorstand Olaf Schick wird Continental zum 30. September 2025 verlassen und zu Mercedes wechseln. Ob die Bestellung von Personalvorständin Ariane Reinhart verlängert wird, ist ebenfalls unklar. Zudem gibt es Spekulationen über die künftige Rolle von CEO Setzer in der neuen Unternehmensstruktur.

Sollte die Abspaltung nicht wie geplant im Jahr 2025 erfolgen, könnte Continental in eine Führungskrise geraten. Bereits in der Vergangenheit hatte der Konzern Schwierigkeiten mit der Umsetzung von Abspaltungen. So wurde die Abtrennung der Antriebssparte Vitesco Technologies bereits verschoben. Für die geplante Abspaltung der Autosparte müssten sich zunächst die Finanzkennzahlen verbessern, und das Marktumfeld müsste sich stabilisieren. Der Zeitrahmen bleibt ambitioniert.

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