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Continental fordert Schadensersatz von Ex-Vorständen

Ehemalige Führungskräfte sollen für finanzielle Folgen der Dieselkrise haften

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Continental fordert Schadensersatz von Ex-Vorständen

Continental hat mögliche Schadensersatzansprüche gegen ehemalige Vorstände geprüft, nachdem die Staatsanwaltschaft die Untreue-Ermittlungen in der Volkswagen-Dieselaffäre eingestellt hat. Unter den betroffenen Personen sind die Ex-Vorstände Karl-Thomas Neumann, Elmar Degenhart, Wolfgang Schäfer und José Avila. Obwohl die strafrechtlichen Ermittlungen weitgehend abgeschlossen sind, wirft der Konzern den ehemaligen Führungskräften Pflichtverletzungen vor, die zu erheblichen finanziellen Schäden führten. Dies umfasst ein Bußgeld in Höhe von 100 Millionen Euro, das aufgrund der Dieselkrise verhängt wurde.

Eine entscheidende Rolle spielte die Untersuchung durch die Kanzlei Noerr, die 2015 von Continental beauftragt wurde, potenzielle Verstrickungen des Unternehmens im Dieselskandal zu beleuchten. Die Ergebnisse dieser Untersuchung entlasteten zunächst die Vorstände, doch die Staatsanwaltschaft Hannover zweifelte die Ergebnisse an und leitete 2019 Ermittlungen gegen zahlreiche Mitarbeiter und Führungskräfte ein. In der Folge wurde 2021 unter anderem der damalige Finanzvorstand Wolfgang Schäfer entlassen. Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle rechtfertigte diesen Schritt unter Verweis auf die Ermittlungsergebnisse.

Eine spätere Untersuchung durch die US-Kanzlei Skadden führte zu einer anderen rechtlichen Bewertung als die von Noerr. Skadden kritisierte die damalige Untersuchung als unzureichend und stellte Pflichtverletzungen der Vorstände fest. Unter anderem wurde der Umgang mit einer verdächtigen E-Mail aus dem Jahr 2008 bemängelt, die Informationen zu den manipulierten Dieselmodi von Volkswagen enthalten soll. Während Noerr hierin keinen Hinweis auf Fehlverhalten sah, kam Skadden zu einer gegenteiligen Einschätzung.

Continental steht durch die Dieselkrise weiterhin unter finanziellem Druck. Neben dem Bußgeld und den Kosten für die Skadden-Untersuchung in Höhe von rund 150 Millionen Euro belastet die Aufarbeitung die Manager-Haftpflichtversicherung. Diese könnte potenziell Ansprüche decken, sofern den Ex-Vorständen kein vorsätzliches Verhalten nachgewiesen wird. Gleichzeitig betont der Konzern, dass die Maßnahmen des Aufsichtsrats stets im Einklang mit den damaligen Erkenntnissen und Anforderungen standen.

Die langwierigen Ermittlungen hatten für die betroffenen Führungskräfte erhebliche persönliche und berufliche Konsequenzen. So wurden mögliche Ämter für Degenhart blockiert, und Schäfer wurde laut Aussagen aus Unternehmenskreisen ungerechtfertigt entlassen. Trotz der eingestellten strafrechtlichen Verfahren bleibt das Vorgehen der damaligen Unternehmensleitung weiterhin umstritten. Die internen Diskussionen und die daraus resultierenden Maßnahmen prägen das Unternehmen noch heute.

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