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Computex 2025: Nvidia und Taiwan im Zentrum der KI-Revolution

Jensen Huang kündigt jährliche Ausgaben von bis zu 150 Milliarden Dollar in Taiwan an – AMD folgt mit 10 Milliarden Dollar.

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Computex 2025: Nvidia und Taiwan im Zentrum der KI-Revolution

Nvidia-CEO Jensen Huang hat Taiwan als das „Epizentrum der KI-Revolution" bezeichnet und angekündigt, dass sein Unternehmen jährlich bis zu 150 Milliarden Dollar in dem Inselstaat ausgeben werde. Huang traf mehr als eine Woche vor Beginn der Computex-Messe in Taipeh ein und absolvierte seitdem eine nahezu ununterbrochene Serie von Treffen mit Führungskräften der Lieferkette. Darunter befanden sich TSMC-CEO C. C. Wei, Foxconn-Chairman Young Liu und Quanta Computer-Chairman Barry Lam.

Auch AMD-Chefin Lisa Su unterstrich Taiwans wachsende Bedeutung: Das Unternehmen werde mehr als 10 Milliarden Dollar in den taiwanischen KI-Sektor investieren. Su erklärte, man investiere gemeinsam mit taiwanischen Partnern, um ausreichende Kapazitäten für die Expansion im Jahr 2026 und darüber hinaus sicherzustellen. Die Dimension dieser Investitionen verdeutlicht, wie zentral Taiwan für die globale KI-Infrastruktur geworden ist.

Taiwans Rolle wandelt sich grundlegend

Ryan Fletcher, Partner bei McKinsey & Company, bringt den Wandel auf den Punkt: „Taiwans Rolle im Bereich der KI wandelt sich von einer reinen Halbleiter-Thematik hin zu einer Infrastruktur-Thematik." Die entscheidende Frage sei nicht mehr nur, wer den Chip herstelle, sondern wer ihn in ein mit Strom versorgtes, gekühltes, vernetztes und wartungsfreundliches KI-System verwandeln könne. Taiwan verfügt dafür über ein vielfältiges Ökosystem, das neben Halbleiterherstellern auch Anbieter von KI-Servern, Packaging-Lösungen und Komponenten umfasst.

Die Zahlen belegen diesen Aufstieg eindrucksvoll: Taiwans Server-Exporte stiegen von lediglich 571 Millionen Dollar im Jahr 2017 auf 60 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Nvidias Partnernetzwerk in Taiwan wuchs im gleichen Zeitraum von zehn auf heute 150 Partner – ein Wachstum, das Huang selbst als bemerkenswert hervorhob.

Die Computex, die vom 2. bis 5. Juni stattfindet und mit einer Keynote von Jensen Huang am Montag eröffnet wird, ist in diesem Jahr mit 1.500 Ausstellern die bisher größte Ausgabe der Messe. Während die Veranstaltung traditionell eine Messe für Endgeräte war, hat Nvidia sie in den letzten Jahren stärker auf den Geschäftsbereich ausgerichtet. Im Fokus stehen Produkte für Rechenzentren, darunter die neue KI-Computing-Plattform Vera Rubin und die Vera-CPU, sowie Entwicklungen in den Bereichen Robotik und KI in der Fertigung.

Hochkarätige Teilnehmer aus der globalen Chipbranche

Neben Huang werden zahlreiche weitere Top-Manager der globalen Halbleiterindustrie erwartet. Intel-CEO Lip-Bu Tan, Qualcomm-Chef Cristiano Amon und Arm-Chef Rene Haas sind ebenso angekündigt wie Marvell-CEO Matt Murphy und NXP-Semiconductors-CEO Rafael Sotomayor. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Keynote von Intel-Chef Tan.

Bryan Ma, Vice President für Client Devices Research beim Marktforschungsunternehmen IDC, kommentierte: „Es ist ihm gelungen, Intel wieder auf die Beine zu helfen, und seine Keynote wird Hinweise auf die weiteren Richtungen geben, die er mit dem Unternehmen einschlagen will." Ma erklärte zudem, er werde auf eine seit langem gemunkelte PC-Plattform von Nvidia sowie auf Intels Arc-G-Prozessoren für Handheld-Gaming-Geräte achten. Auch die Stimmung im Gaming-Sektor angesichts extrem hoher Speicherpreise wolle er sondieren.

Ian Cutress, Chefanalyst bei More than Moore, erwartet von Intel zudem die Demonstration zahlreicher Partnerschaften sowie ein erneutes Bekenntnis zu Hochleistungs-CPUs für KI-Inferenz.

Geopolitischer Schatten über dem Boom

Die Messe findet vor dem Hintergrund erhöhter geopolitischer Spannungen statt. Chinas Präsident Xi Jinping warnte US-Präsident Donald Trump beim jüngsten Gipfeltreffen, dass ein falscher Umgang mit der Taiwan-Frage zu einem Konflikt zwischen den beiden Mächten führen könnte. China hat zudem den Druck auf Taiwan durch eine verstärkte Militärpräsenz rund um die Insel erhöht.

Dem boomenden Geschäft in Taiwan hat dies bislang keinen Abbruch getan. Die enormen Investitionszusagen von Nvidia und AMD sowie die Rekordzahlen bei den Server-Exporten zeigen, dass die Insel ihre Position als unverzichtbares Zentrum der globalen KI-Infrastruktur weiter ausbaut – trotz aller geopolitischen Unwägbarkeiten.

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