Citigroup: Klage wegen sexueller Belästigung gegen Top-Manager
Eine ehemalige Führungskraft der Citigroup hat die US-Großbank wegen sexueller Belästigung verklagt. Der Vorwurf richtet sich gegen Andy Sieg, den Leiter des Wealth-Management-Geschäfts.

Die Citigroup sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Julia Carreon, eine ehemalige Führungskraft der US-Großbank, hat beim Bundesgericht in Manhattan Klage eingereicht. Die bis 2024 in der Vermögensverwaltungssparte tätige Managerin wirft Andy Sieg, dem Chef des Wealth-Management-Geschäfts, sexuelle Belästigung vor.
Vorwürfe gegen Top-Manager
Laut Klage soll Sieg öffentlich sexuell aufgeladenes Verhalten gegenüber Carreon gezeigt haben. Zudem habe er es versäumt, Gerüchte über eine angeblich unangemessene Beziehung zwischen ihnen zu dementieren. Die Klägerin wirft der Bank vor, die Personalabteilung sei nach ihren Beschwerden "als Waffe" gegen sie instrumentalisiert worden.
Citigroup weist die Vorwürfe entschieden zurück. Ein Sprecher erklärte, die Klage "entbehre jeglicher Grundlage" und man werde dies im Gerichtsverfahren beweisen. Die Bank unter CEO Jane Fraser, eine der wenigen weiblichen Vorstandsvorsitzenden in der Finanzwelt, steht damit vor einer heiklen rechtlichen Auseinandersetzung.
Systematische Probleme in der Unternehmenskultur?
Carreon geht in ihrer Klage über den Einzelfall hinaus. Sie wirft Citigroup vor, eine jahrzehntelange Kultur der sexuellen Belästigung gefördert zu haben, die Frauen auf die Rolle als Sexobjekt reduziere. Die 2021 eingestellte Managerin sollte ursprünglich das digitale Kundenerlebnis der Vermögensverwaltungseinheit transformieren.
Nach eigenen Angaben wurde Carreon in den ersten zwei Jahren ihrer Tätigkeit kaltgestellt, weil sie mit ihrem Erfolg männliche Kollegen vor den Kopf stieß. Erst nach Siegs Eintritt bei Citigroup 2023 sei sie zur globalen Leiterin für Plattform und Kundenerlebnisse befördert worden.
Hintergrund zu Andy Sieg
Sieg wurde 2023 von Citigroup abgeworben, um das schwächelnde Wealth-Management-Geschäft wiederzubeleben. Ende 2024 wurde sein Zuständigkeitsbereich noch erweitert. Der Fall wirft nun Fragen über die Personalführung und Unternehmenskultur bei einer der größten US-Banken auf.
