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Citi: Starke japanische Aktien setzen den Yen unter Druck

Rebalancing- und Absicherungsgeschäfte von Anlegern treiben laut Citi Yen-Verkäufe auf Rekordniveaus japanischer Aktien voran.

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Citi: Starke japanische Aktien setzen den Yen unter Druck

Die US-Großbank Citi sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den historisch hohen Ständen japanischer Aktien und der anhaltenden Schwäche des japanischen Yen. Laut der Bank treiben Rebalancing- und Absicherungsgeschäfte von Anlegern im In- und Ausland die Yen-Verkäufe voran – ein Mechanismus, der den Abwärtsdruck auf die japanische Währung strukturell verstärkt.

Hintergrund ist, dass Anleger, die japanische Aktien halten, ihr Währungsrisiko häufig durch den Verkauf von Yen absichern. Steigen die Aktienwerte schnell, wächst auch das abzusichernde Volumen – und damit der Verkaufsdruck auf den Yen. Japanische Aktienindizes sind in den vergangenen Monaten auf Rekordniveaus gestiegen, was diesen Mechanismus besonders stark in Gang gesetzt hat.

Kritische Marke bei 165 Yen pro US-Dollar

Citi identifiziert 165 Yen pro US-Dollar als ein kritisches Niveau auf kurze Sicht. Sollte der Yen diese Marke unterschreiten, könnte dies weiteren Handlungsdruck auf die japanischen Behörden erzeugen. Die Bank benennt dabei zwei mögliche Gegenmaßnahmen: Entweder zieht die Bank von Japan (BoJ) die Normalisierung ihrer Geldpolitik vor, oder das japanische Finanzministerium greift durch direkte Yen-Käufe am Devisenmarkt ein.

Die Bank von Japan hat bislang an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik festgehalten, während andere große Zentralbanken – darunter die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank – ihre Zinsen deutlich angehoben haben. Diese geldpolitische Divergenz ist ein wesentlicher Treiber der Yen-Schwäche gegenüber dem US-Dollar und anderen Hauptwährungen.

Langfristiger Ausblick bleibt optimistisch

Citi gibt jedoch Entwarnung für den langfristigen Ausblick: Das bullische Szenario für den Yen bleibe weitgehend intakt, selbst wenn japanische Aktien weiter zulegen sollten. Entscheidend sei dabei das Tempo der Kursgewinne. Sollten japanische Aktien zwar weiter steigen, das Tempo der Gewinne jedoch nachlassen, dürfte der Abwärtsdruck auf den Yen abnehmen – da die Notwendigkeit für Yen-Verkaufsabsicherungen durch Investoren in diesem Fall sinkt.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung des Yen von besonderer Bedeutung, da viele europäische Fonds und ETFs japanische Aktien im Portfolio halten. Währungsschwankungen zwischen Euro und Yen beeinflussen die tatsächliche Rendite solcher Investments erheblich. Die Frage, ob und wann die Bank von Japan ihre Geldpolitik normalisiert, bleibt daher ein zentrales Thema für alle, die in japanische Märkte investiert sind.

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