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Citi nennt fünf Top-Chip-Aktien vor den Q3-Gewinnzahlen

Die US-Bank setzt auf AMD, Texas Instruments, Lam Research, Teradyne und Synopsys und wird im Halbleitersektor zunehmend selektiv.

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Citi nennt fünf Top-Chip-Aktien vor den Q3-Gewinnzahlen

Citi hat AMD, Texas Instruments, Lam Research, Teradyne und Synopsys als seine Top-Käufe im Halbleitersektor vor den Quartalszahlen für das dritte Quartal benannt. Die Bank kündigte zugleich an, in dem Sektor nach einem starken Aufschwung „zunehmend selektiv“ vorzugehen. Die Empfehlungen fallen unmittelbar vor der Technologie-, Medien- und Telekommunikationskonferenz (TMT) des Instituts.

Analyst Atif Malik wies darauf hin, dass der SOX-Halbleiterindex seit der Sommerkorrektur um 24 Prozent gestiegen ist. Damit habe sich Citis Prognose vor der eigenen Konferenz bestätigt. Für deutsche Anleger ist der SOX-Index ein wichtiger Gradmesser, weil er die Kursentwicklung der größten börsennotierten Chipkonzerne der USA bündelt – darunter Namen, die auch in vielen deutschen Depots liegen.

Die Branche befindet sich laut der Bank weiterhin in „Phase 2“ ihres Spielplans. Getragen wird sie von der robusten Nachfrage aus Rechenzentren, die derzeit etwa 40 Prozent des Halbleitermarktes ausmacht, sowie von der anhaltenden Erholung in den Automobil- und Industriemärkten mit rund 20 Prozent der Nachfrage. Die Nachfrage nach PCs und Smartphones bleibt dagegen schwach.

Dynamik der Schätzungsrevisionen lässt nach

Die Dynamik der Schätzungsrevisionen verlangsamt sich im zweiten Quartal, und Citi erwartet eine weitere Abschwächung im dritten Quartal. Networking, Halbleiterausrüstung und analoge Chips zeigen derzeit die stärkste Dynamik, gefolgt von Compute und Speicher. Die größten Umsatzschätzungsrevisionen erwartet Citi im Bereich Compute – insbesondere bei Networking-Namen wie Marvell und Astera Labs sowie bei CPU-exponierten Werten wie AMD, Intel und Nvidia. Analoge Chips von Texas Instruments und Analog Devices folgen als Nächste, danach Halbleiterausrüster wie Lam Research und Teradyne.

„Obwohl das vierte Quartal traditionell ein saisonal schwächeres Quartal für analoge Halbleiter ist, erwarten wir, dass die meisten Unternehmen über den saisonalen Trend hinaus leiten“, sagte Malik. Diese Aussage ist für die Einschätzung der kommenden Berichtssaison zentral, weil sie auf eine mögliche Abweichung vom üblichen saisonalen Muster hindeutet.

Drei Herabstufungen im Zuge des Shifts

Im Zuge dieser Neuausrichtung hat Citi drei Aktien herabgestuft. Die Bewertung von NXP Semiconductor wurde auf Neutral gesenkt, das Kursziel von 370 auf 260 Dollar reduziert. Als Begründung nennt die Bank schwächere Schätzungsrevisionen als bei den Wettbewerbern und eine begrenzte Exposition gegenüber Rechenzentren. Universal Display wurde auf Sell herabgestuft, mit einem Zielkurs von 71 Dollar nach zuvor 85 Dollar. Hier verweist Citi auf die Schwäche des Smartphone-Marktes im nächsten Jahr. Eine dritte Aktie, Novato, wurde ebenfalls auf Neutral gesetzt, das Kursziel sank von 550 auf 415 Dollar, da das Risiko-Ertrags-Verhältnis ausgewogen erscheint.

Debatte um die „Power Wall“ im Jahr 2028

Malik zufolge dreht sich die Debatte der Anleger um eine „Power Wall“ im Jahr 2028, wenn TrendForce zufolge Interconnect-Verzögerungen und Übertragungsengpässe beginnen werden, neue Rechenzentrumseinsätze zu beeinflussen. Citis eigene Ansicht ist, dass das Angebot weiterhin ausreichend ist: Das globale Rechenzentrumsangebot soll von 140 Gigawatt im Jahr 2026 bis 2031 auf 395 Gigawatt steigen und damit über der erwarteten Nachfrage von 370 Gigawatt liegen. Die Bank sieht Einschränkungen hinsichtlich Timing, Standort und Lieferbarkeit des Angebots, nicht aber einen absoluten Mangel.

Für die kommenden Tage rechnet Malik damit, dass die Diskussionen der Anleger auf den SEMICON- und OCP-Konferenzen nächste Woche die Stimmung vor den Quartalszahlen prägen werden. Anleger sollten daher neben den reinen Ergebnissen auch die dort kommunizierten Kapazitäts- und Lieferkettenaussagen verfolgen.

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