Cisco-Aktie stürzt um 12% ab – KI-Boom treibt Speicherpreise
Schlechtester Handelstag seit 2022 durch explodierende Kosten für Speichermodule

Die Aktien von Cisco Systems verzeichneten am Donnerstag einen dramatischen Einbruch von 12 Prozent – der schlechteste Handelstag des Netzwerkausrüsters seit 2022. Grund für den massiven Kursrutsch sind stark gestiegene Speicherpreise, die die Gewinnmargen des Unternehmens erheblich belasten.
Der weltweite Boom bei künstlicher Intelligenz hat zu einer beispiellosen Nachfrage nach Rechenzentrums-Hardware geführt. Die Folge: ein globaler Mangel an Speichermodulen, der die Preise für diese kritische Komponente in die Höhe schnellen lässt. Große Aufträge für KI-Rechenzentren binden derzeit die Produktionskapazitäten der Hersteller, sodass andere Geräte wie Smartphones nachrangig bedient werden.
Die Auswirkungen treffen die gesamte Technologiebranche. Neben Cisco kämpfen auch Unterhaltungselektronikhersteller wie Apple und Dell mit den Engpässen. Der Chiphersteller Qualcomm hatte bereits am 4. Februar eine schwache Prognose abgegeben und den Speichermangel als Hauptgrund genannt.
Cisco reagiert mit Preiserhöhungen
CEO Chuck Robbins kündigte während der Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen am Mittwoch konkrete Gegenmaßnahmen an. Das Unternehmen werde die Preise anheben, bestehende Verträge überarbeiten und Konditionen neu verhandeln, um die gestiegenen Komponentenkosten weiterzugeben.
Obwohl Cisco besser als erwartete Quartalszahlen vorlegte, reagierte der Markt enttäuscht auf die verhaltene Prognose. Die Bruttomarge im Produktgeschäft sank im vergangenen Quartal auf 66,4 Prozent – ein Rückgang um 130 Basispunkte im Jahresvergleich. Laut Finanzvorstand Patterson ist dies hauptsächlich auf einen ungünstigen Produktmix und die erhöhten Speicherkosten zurückzuführen.
Marktweite Herausforderung
Die Situation verdeutlicht ein grundlegendes Dilemma der Tech-Branche: Der KI-Boom schafft zwar enorme Wachstumschancen, führt aber gleichzeitig zu Engpässen bei kritischen Komponenten. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die Speicherpreis-Problematik auch in den kommenden Quartalen die Margen vieler Technologieunternehmen belasten könnte.
Für Cisco bedeutet der Kurssturz einen empfindlichen Rückschlag nach einer längeren Phase relativer Stabilität. Die Frage ist nun, wie schnell das Unternehmen die Kostensteigerungen an seine Kunden weitergeben kann, ohne Marktanteile zu verlieren.
