Cisco-Aktie fällt trotz starker Quartalszahlen: Anleger enttäuscht von Prognose
Netzwerkausrüster übertrifft Erwartungen deutlich, doch verhaltener Ausblick lässt Kurs nachbörslich um 7% einbrechen.

Der US-Netzwerkausrüster Cisco Systems hat am Mittwoch Quartalsergebnisse vorgelegt, die die Erwartungen der Analysten deutlich übertrafen. Dennoch reagierte die Börse enttäuscht: Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie rund 7% an Wert. Der Grund: Die Gewinnprognose für das laufende Quartal entsprach lediglich den Erwartungen und enttäuschte damit Investoren, die auf mehr gehofft hatten.
Der Umsatz des Unternehmens stieg im abgelaufenen Quartal um etwa 10% auf 14 Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn legte noch deutlicher zu und erreichte 3,18 Milliarden Dollar oder 80 Cent pro Aktie – ein Anstieg von über 30% gegenüber dem Vorjahresquartal mit 2,43 Milliarden Dollar. Auf bereinigter Basis, die Kosten für aktienbasierte Vergütungen ausklammert, übertraf Cisco mit 87 Cent pro Aktie die Analystenschätzungen von 85 Cent klar.
Für das laufende Quartal prognostiziert Cisco einen bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 1,02 und 1,04 Dollar sowie einen Umsatz von 15,4 bis 15,6 Milliarden Dollar. Diese Zahlen liegen zwar im Rahmen der Erwartungen, doch viele Investoren hatten auf eine optimistischere Prognose gehofft, die das starke Wachstum im KI-Bereich widerspiegeln würde.
KI-Boom treibt Netzwerk-Geschäft
Besonders erfreulich entwickelte sich das Kerngeschäft mit Netzwerktechnologie. Der Umsatz in diesem Segment kletterte um 21% auf 8,3 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 7,9 Milliarden Dollar deutlich. Cisco profitiert dabei vom Boom der künstlichen Intelligenz, der eine massive Aufrüstung von Rechenzentren nach sich zieht.
Das Unternehmen meldete Aufträge für KI-Infrastruktur von großen Cloud-Anbietern in Höhe von 2,1 Milliarden Dollar. Während des Quartals gab Cisco bekannt, gemeinsam mit dem Chipkonzern AMD Produkte für ein KI-Infrastrukturprojekt in Saudi-Arabien bereitzustellen. Zudem kündigte der Konzern einen neuen Networking-Switch an, der einen Chip von Nvidia enthält – ein strategischer Schritt, um enger mit dem KI-Marktführer zusammenzuarbeiten.
CEO Chuck Robbins zeigte sich optimistisch für die kommenden Quartale. Er erwartet, dass die Umsätze mit sogenannten Neoclouds – jüngeren Cloud-Anbietern wie Oracle oder CoreWeave – in der zweiten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres anziehen werden. Im Geschäftsjahr 2027 soll dieser Bereich dann deutlich zum Wachstum beitragen.
Herausforderungen durch Chip-Preise
Allerdings sieht sich Cisco auch mit Herausforderungen konfrontiert. Die stark gestiegenen Preise für Speicherchips, getrieben durch die hohe Nachfrage nach Nvidia-Grafikprozessoren, belasten die Margen. Das Unternehmen hat darauf mit Preiserhöhungen reagiert und passt die Verträge mit Vertriebspartnern entsprechend an, wie Robbins erklärte.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt Cisco einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 4,13 bis 4,17 Dollar an. Der Umsatz soll auf 61,2 bis 61,7 Milliarden Dollar steigen, was einem Wachstum von 8,5% entspricht. Diese Prognose liegt leicht über den Analystenschätzungen von 4,12 Dollar Gewinn pro Aktie bei einem Umsatz von 60,74 Milliarden Dollar.
Die Kursreaktion zeigt, dass Anleger von Cisco mehr erwarten. Trotz der soliden Zahlen und der positiven Entwicklung im KI-Geschäft reicht der Ausblick nicht aus, um die hohen Erwartungen zu erfüllen. Investoren hoffen darauf, dass Cisco eine noch zentralere Rolle im KI-Boom einnimmt und stärker von der Transformation der Rechenzentren profitiert.
