Chinas Zentralbank könnte Yuan-Stützungsmaßnahmen zurückfahren
Die chinesische Volksbank erwägt laut Bank of America die Rücknahme mehrerer Devisenmaßnahmen. Der Grund: Der Yuan zeigt sich gegenüber wichtigen Währungen deutlich stärker.

Die Chinesische Volksbank (PBoC) steht offenbar vor einer bedeutenden währungspolitischen Kurskorrektur. Analysten der Bank of America erwarten, dass die Zentralbank mehrere antizyklische Devisenmaßnahmen zurücknehmen wird, die zwischen April 2022 und Januar 2025 zur Stützung des Yuan eingeführt wurden.
Stärkerer Yuan macht Schutzmaßnahmen überflüssig
Der chinesische Renminbi hat in den vergangenen Wochen deutlich an Wert gewonnen. Diese Entwicklung macht die ursprünglich zur Abwehr von Abwertungsdruck eingeführten Schutzmaßnahmen zunehmend obsolet. Die Währungshüter in Peking können nun offenbar einige der restriktiven Instrumente wieder abbauen.
Risikoreserveanforderung im Fokus
Besonders wahrscheinlich ist laut den BofA-Analysten die Aufhebung der 20-prozentigen Risikoreserveanforderung für Devisentermingeschäfte der Banken. Diese Maßnahme könnte noch im Laufe dieses Jahres fallen. "Wir sehen eine hohe Wahrscheinlichkeit für diesen Schritt", heißt es in dem Bericht.
Zusätzlich rechnen die Experten damit, dass die PBoC den Devisen-Mindestreservesatz (FX RRR) anheben wird. Diese Anpassung würde den Banken mehr Spielraum im Devisengeschäft verschaffen.
Kehrtwende nach dreijähriger Stabilisierungsphase
Die erwarteten Änderungen markieren eine bedeutende Wende in der chinesischen Währungspolitik. Fast drei Jahre lang hatte die Volksbank mit zahlreichen antizyklischen Instrumenten gegen den Abwertungsdruck auf den Yuan gekämpft. Diese Phase scheint nun zu Ende zu gehen.
Für internationale Investoren und deutsche Unternehmen mit China-Geschäft könnte die Lockerung der Devisenkontrollen neue Perspektiven eröffnen. Ein stabiler oder sogar stärkerer Yuan erleichtert Geschäftsplanungen und reduziert Währungsrisiken.
