ANZEIGE

Chinas Wirtschaft schwächelt: Einzelhandel auf 40-Monats-Tief

Im April verfehlten Konsum, Industrieproduktion und Investitionen die Erwartungen – die Auswirkungen des Iran-Krieges bremsen Chinas Wirtschaft.

•• 2 Min
Chinas Wirtschaft schwächelt: Einzelhandel auf 40-Monats-Tief

Chinas Wirtschaft hat im April deutlich an Fahrt verloren. Konsum, Industrieproduktion und Investitionswachstum blieben allesamt hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück. Als Hauptursache gelten die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Krieges, die die Dynamik in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt spürbar dämpfen.

Besonders alarmierend ist die Entwicklung im Einzelhandel: Die Einzelhandelsumsätze stiegen im April im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,2 Prozent. Ökonomen hatten im Rahmen einer Reuters-Umfrage ein Plus von 2,0 Prozent erwartet. Damit markiert der April das schwächste Einzelhandelswachstum seit Dezember 2022 – jenem Monat, in dem China begann, seine strikten Corona-Beschränkungen zu lockern. Im März hatte das Wachstum noch bei 1,7 Prozent gelegen.

Industrieproduktion und Investitionen enttäuschen

Auch die Industrieproduktion konnte nicht überzeugen. Sie legte im April im Jahresvergleich um 4,1 Prozent zu – nach einem Wachstum von 5,7 Prozent im März und deutlich unter der Erwartung von 5,9 Prozent. Die Daten stammen vom Nationalen Statistikamt Chinas und wurden am Montag veröffentlicht.

Noch besorgniserregender ist die Entwicklung bei den Investitionen. Die Anlageinvestitionen in städtischen Gebieten – ein Sammelindikator, der Immobilien und Infrastruktur umfasst – schrumpften in den ersten vier Monaten des Jahres im Jahresvergleich um 1,6 Prozent. Erwartet worden war hingegen ein Wachstum von ebenfalls 1,6 Prozent. Im Zeitraum Januar bis März hatten die städtischen Investitionen noch ein Plus von 1,7 Prozent verzeichnet – die Trendwende ist damit abrupt.

Immobiliensektor bleibt größter Belastungsfaktor

Der Haupttreiber des Investitionsrückgangs ist der angeschlagene Immobiliensektor. Die Immobilieninvestitionen brachen in den ersten vier Monaten des Jahres um 13,7 Prozent ein – eine Verschärfung gegenüber dem Rückgang von 11,2 Prozent im ersten Quartal. Seit ihrem Höchststand im Jahr 2021 haben sich die Immobilieninvestitionen in China nahezu halbiert.

Demgegenüber zeigten sich Infrastruktur- und Fertigungsinvestitionen etwas widerstandsfähiger. In den ersten vier Monaten des Jahres stiegen die Infrastrukturinvestitionen um 4,3 Prozent, die Investitionen im verarbeitenden Gewerbe legten um 1,2 Prozent zu.

Die anhaltenden Rückgänge bei den Hauspreisen verschärfen die finanzielle Belastung der privaten Haushalte zusätzlich, wie Lizzi Lee, Fellow am Center for China Analysis, betonte. Da Immobilien für viele chinesische Familien den größten Teil ihres Vermögens ausmachen, wirkt die Preisschwäche direkt auf das Konsumvertrauen und die Ausgabebereitschaft der Bevölkerung.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit China-Exposure sind die Daten ein wichtiges Signal: Die strukturellen Probleme der chinesischen Wirtschaft – schwacher Binnenkonsum, Immobilienkrise und externe Schocks – bleiben ungelöst und könnten die globale Konjunktur weiter belasten.

China WirtschaftEinzelhandelsumsätze ChinaChinas IndustrieproduktionImmobilienkrise ChinaAnlageinvestitionen ChinaChina Konjunktur 2026Nationales Statistikamt China

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer