Chinas KI-Wettlauf: Alibaba zieht an Tencent vorbei
Bernstein sieht Alibaba im KI-Rennen vorn, während Tencent bei Chatbots zurückfällt

Der chinesische Internetsektor hat nach Einschätzung von Bernstein einen verhaltenen Start ins Jahr 2025 erlebt. Dennoch bleiben Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz der entscheidende Treiber für die relative Performance der Tech-Giganten. Analyst Robin Zhu sieht dabei klare Gewinner und Verlierer.
Alibaba hat mit der Einführung agentenbasierter Dienste in seinem KI-Modell Qwen3-Max-Thinking die Nase vorn. Die Integration dieser Technologie hat zu einer Outperformance der Aktie beigetragen. Tencent hingegen ist bei der Entwicklung seines Chatbots ins Hintertreffen geraten, obwohl das Unternehmen weiterhin solide Renditen aus KI-gestützten Werbe- und Gaming-Anwendungen erzielt.
Bernstein betont, dass "viel von den Chatbot-Kriegen abhängt". Führende Plattformen setzen zunehmend auf sogenannte "Red Packets" – digitale Geldgeschenke – um die Nutzerakzeptanz ihrer KI-Dienste zu fördern. Diese Werbestrategie zeigt laut den Analysten, dass die reine Leistungsfähigkeit von KI-Modellen nur ein Teil der Erfolgsformel ist.
Tencents zweigleisige KI-Strategie
Bei Tencent beobachten Analysten eine "zweigleisige KI-Entwicklung innerhalb von WeChat", die sich in der jüngsten Yuanbao-Party-Problematik widerspiegelt. Trotz der Schwächen im Chatbot-Bereich erzielt das Unternehmen weiterhin einen "soliden KI-ROI über sein Werbe- und Spielegeschäft".
Bernstein sieht die Tencent-Aktie dennoch positiv und verweist auf ein attraktives Chance-Risiko-Profil. Mit steigenden Gewinnen und der schrittweisen Einführung weiterer KI-gestützter Dienste könnte das Unternehmen aufholen.
Alibabas KI-Optionalität bleibt hoch
Für Alibaba bleibt die KI-Optionalität nach Ansicht von Bernstein signifikant. Die Verwendung von "Red Packets" erscheint im E-Commerce-Kontext logischer als bei reinen Chatbot-Anwendungen. Investoren warten jedoch auf konkrete Beweise, dass sich agentenbasierte KI in messbaren Zuwächsen beim Bruttowarenvolumen und den Werbeumsätzen niederschlägt.
Zhu warnt allerdings, dass Bargeldauszahlungen "ein eher umständlicher Weg sind, um das Suchverhalten zu steuern". Investoren dürften bald deutlichere Anzeichen für eine echte Disruption im Marketing-Funnel erwarten.
Regulatorisches Umfeld belastet Stimmung
Das regulatorische Umfeld in China bleibt herausfordernd. Jüngste Untersuchungen und politische Gerüchte belasten die Anlegerstimmung. Bernstein merkt an, dass die Lage "schwieriger bleibt, als uns lieb ist". Die daraus resultierenden Kursrücksetzer könnten jedoch das Chance-Risiko-Verhältnis für langfristig orientierte Investoren verbessern.
Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, welcher Tech-Konzern seine KI-Technologie erfolgreicher in kommerzielle Anwendungen überführen kann. Während Alibaba derzeit die Nase vorn hat, verfügt Tencent über starke Vertriebskanäle und eine massive Nutzerbasis in WeChat.
