Chinas KI-Herausforderer erschüttert die Märkte
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Die Konkurrenz im Bereich der Künstlichen Intelligenz aus China hatte gestern zu Kursverlusten an den Finanzmärkten geführt. Insbesondere im DAX hatten Zweifel an hochbewerteten KI-Modellen für deutliche Abschläge gesorgt. Der erfolgreiche Start des chinesischen Start-ups DeepSeek stellte eine potenzielle Bedrohung für etablierte Unternehmen aus dem Silicon Valley dar. Das neue KI-Modell von DeepSeek sollte effizienter arbeiten und möglicherweise mit weniger leistungsfähigen Chips auskommen als die Lösungen der bisherigen Marktführer. Analysten wiesen darauf hin, dass die technologische Vormachtstellung der USA durch diese Entwicklung infrage gestellt werden könnte.
In den USA hatte insbesondere die Technologiebörse Nasdaq empfindlich auf die Neuigkeiten aus China reagiert und am Mittag einen Rückgang von über drei Prozent verzeichnet. Auch der marktbreite S&P 500 hatte um rund 1,8 Prozent nachgegeben, während sich der Dow Jones mit einem Minus von nur 0,1 Prozent relativ stabil gehalten hatte. Experten bewerteten den Start von DeepSeek als möglichen Wendepunkt im KI-Wettlauf. Investoren hinterfragten nun, ob die hohen Bewertungen vieler US-Tech-Unternehmen noch gerechtfertigt seien. Besonders betroffen war der Chiphersteller Nvidia, dessen Aktien um über 16 Prozent nachgegeben hatten, was einem Wertverlust von über 400 Milliarden Dollar entsprach. Auch Broadcom hatte ähnliche Rückgänge verzeichnet, während Apple entgegen dem Trend Kursgewinne verbucht hatte und sich erneut als wertvollstes Unternehmen an der Börse etablierte.
Am deutschen Aktienmarkt hatten sich ebenfalls Auswirkungen gezeigt. Der DAX hatte mit einem Minus von 0,53 Prozent bei 21.282 Punkten geschlossen, nachdem er im Tagesverlauf zwischen 21.344 und 21.081 Punkten geschwankt hatte. Besonders unter Druck geraten waren Technologie-Werte wie Infineon, das rund 1,5 Prozent verloren hatte, und Siemens mit einem Abschlag von 3,5 Prozent. Zudem hatten Aktien von Aixtron, Siltronic, Suss Microtec und Kontron auf den Verkaufslisten gestanden. Siemens Energy hatte mit einem Einbruch von fast 20 Prozent den größten Tagesverlust verzeichnet und damit einen Teil der zuvor erzielten Kursgewinne abgegeben.
Unterdessen hatten sich erste Anzeichen einer konjunkturellen Erholung in Deutschland gezeigt. Neben dem Einkaufsmanagerindex hatte auch der ifo-Geschäftsklimaindex leicht zugelegt. Experten sprachen von einer möglichen Bodenbildung, die auf eine wirtschaftliche Stabilisierung im Frühjahr hindeuten könnte. Gleichzeitig hatte der Euro seine Erholung fortgesetzt und war zuletzt bei 1,0530 US-Dollar gehandelt worden. Die Europäische Zentralbank wird im Laufe der Woche über mögliche Zinssenkungen entscheiden, während die US-Notenbank Fed eine Pause bei weiteren Zinsschritten einlegen dürfte.
Am Rohstoffmarkt hatten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump für sinkende Ölpreise gesorgt. Die Nordseesorte Brent hatte über drei Prozent verloren und zuletzt bei 75,93 Dollar pro Barrel notiert. Auch der Bitcoin hatte sich von seinen anfänglichen Verlusten erholt und sich um die Marke von 100.000 Dollar eingependelt.
Im Unternehmenssektor hatte es mehrere bedeutende Entwicklungen gegeben. Der Telekom-Konzern Deutsche Telekom hatte den Vertrag von Vorstandschef Tim Höttges bis Ende 2028 verlängert. Zudem war bekannt geworden, dass Srini Gopalan als Chief Operating Officer zur US-Tochter T-Mobile US wechselt und Rodrigo Diehl seine Nachfolge als Deutschlandchef antritt. An der Börse war diese Personalentscheidung positiv aufgenommen worden, die T-Aktie hatte mit einem Plus von 1,6 Prozent geschlossen.
BASF hatte mit einem operativen Ergebnis von 2,0 Milliarden Euro die Analystenerwartungen deutlich verfehlt, die bei 3,2 Milliarden Euro gelegen hatten. Thyssenkrupp hielt trotz wirtschaftlicher Herausforderungen an der Fertigstellung einer milliardenschweren Direktreduktionsanlage für klimafreundlicheren Stahl in Duisburg fest. Der Industriekonzern Stabilus hatte von der Konsolidierung seiner Tochtergesellschaft Destac profitiert und seinen Umsatz um 6,7 Prozent auf 326 Millionen Euro gesteigert.
Die irische Fluggesellschaft Ryanair hatte ihre Prognose für die Passagierzahlen im kommenden Geschäftsjahr auf 206 Millionen Reisende gesenkt, nachdem es erneut zu Verzögerungen bei der Lieferung von Boeing-Flugzeugen gekommen war. Ursprünglich hatte die Airline mit 215 Millionen Passagieren gerechnet, musste jedoch bereits im November ihre Erwartungen nach unten korrigieren.
