China rechnet mit weiterem Handelswachstum trotz schwieriger Bedingungen
Die chinesische Devisenaufsichtsbehörde SAFE erwartet ein anhaltendes Wachstum im Waren- und Dienstleistungshandel des Landes.

Die chinesische Devisenaufsichtsbehörde hat am Dienstag ihre Erwartung bekräftigt, dass der Handel mit Waren und Dienstleistungen im Land weiter wachsen wird. Trotz herausfordernder externer Bedingungen dürfte die grenzüberschreitende Investitionstätigkeit nach Einschätzung der Behörde aktiv bleiben. Die Staatliche Verwaltung für ausländische Währung (SAFE) äußerte sich im Rahmen ihres Berichts zur Zahlungsbilanz für das erste Halbjahr.
In diesem Bericht stellte die Aufsichtsbehörde Pläne vor, neue Richtlinien einzuführen, die den Handel erleichtern und den ausländischen Zugang zu den inländischen Finanzmärkten erweitern sollen. Damit will China nach eigenen Angaben trotz eines anspruchsvollen globalen Umfelds die Offenheit seiner Kapitalmärkte vorantreiben. Die Maßnahmen richten sich gleichermaßen an den Waren- und den Dienstleistungshandel.
Wachstumstreiber KI und grüne Technologien
Die Aufsichtsbehörde prognostiziert, dass das Wachstum im Warenhandel vor allem durch Produkte aus den Bereichen künstliche Intelligenz und grüne Technologien getrieben wird. Diese beiden Segmente gelten damit als zentrale Säulen der erwarteten Exportdynamik. China setzt offenbar gezielt auf Zukunftstechnologien, um sein Außenhandelsvolumen auszuweiten.
Auch der Dienstleistungshandel wird voraussichtlich expandieren. China plant, die Ausfuhr von Technologie- und digitalen Dienstleistungen zu fördern. Gleichzeitig rechnet die Behörde mit einem Anstieg der Importe von Dienstleistungen. Der Dienstleistungssektor gewinnt damit als zweite wichtige Stütze des chinesischen Außenhandels an Bedeutung.
Yuan-Internationalisierung und ausländische Investitionen
Ausländische Investitionen nach China werden sich nach Einschätzung der SAFE voraussichtlich verbessern, da globales Kapital seine Diversifikation in Yuan-bewertete Vermögenswerte erhöht. Die Behörde erklärte, sie werde eine beidseitige Öffnung sowie die Internationalisierung des Yuan fördern. Beide Ziele stehen im Zentrum der chinesischen Strategie für die kommenden Monate.
Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung insofern relevant, als der Yuan als Anlagewährung zunehmend in den Fokus internationaler Investoren rückt. Eine stärkere Verbreitung Yuan-bewerteter Vermögenswerte könnte die Attraktivität chinesischer Finanzmärkte im globalen Portfolio-Mix verändern. Klare Aussagen der Aufsichtsbehörde zur beidseitigen Öffnung signalisieren dabei einen planvollen Kurs.
Überwachung und KI im Devisenmanagement
Die SAFE sagte zudem, sie konzentriere sich auf den Aufbau eines Devisenmanagementsystems, das bequemer, offener, sicherer und intelligenter ist. Damit soll der Zugang zum Markt vereinfacht und gleichzeitig Stabilität gewahrt werden. Die Aufsichtsbehörde fügte hinzu, dass die Behörden die Überwachung der grenzüberschreitenden Kapitalströme verstärken werden.
Zur Bekämpfung illegaler Devisengeschäfte will die Behörde künstliche Intelligenz einsetzen. Dieser Schritt unterstreicht den doppelten Ansatz Chinas: einerseits Öffnung und Erleichterung, andererseits striktere Aufsicht über die Kapitalbewegungen. Beide Elemente sollen sich nach dem Willen der Aufsichtsbehörde gegenseitig ergänzen und das Vertrauen in den chinesischen Markt stärken.
Mit dem Bericht zur Zahlungsbilanz für das erste Halbjahr liefert die SAFE damit einen Überblick über die erwartete Entwicklung der chinesischen Außenwirtschaft. Die Behörde verbindet optimistische Wachstumsprognosen für Waren und Dienstleistungen mit konkreten Plänen zur Marktöffnung. Ob sich die Erwartungen erfüllen, hängt nicht zuletzt von den externen Rahmenbedingungen ab, die die Behörde selbst als herausfordernd beschreibt.
