Capital One zahlt 425 Millionen Dollar an betrogene Sparer
Ein US-Gericht hat einem Vergleich zwischen Capital One und Millionen Sparern vorläufig zugestimmt. Die Bank muss 425 Millionen Dollar zahlen und künftig faire Zinsen bieten.

Ein Bundesgericht in Virginia hat dem überarbeiteten Vergleich zwischen Capital One und betrogenen Sparern vorläufig zugestimmt. Die Bank muss 425 Millionen Dollar an Entschädigung zahlen und ihre Zinspolitik grundlegend ändern. Der US-Bezirksrichter David Novak genehmigte die Einigung, nachdem Capital One zusätzliche Zugeständnisse gemacht hatte.
Systematische Benachteiligung von Bestandskunden
Capital One hatte die Zinssätze für bestehende "360 Savings"-Konten bei mageren 0,3 Prozent eingefroren, während Neukunden für praktisch identische "360 Performance Savings"-Konten stillschweigend über 4 Prozent erhielten. Diese Praxis betraf Millionen Sparer, die jahrelang deutlich niedrigere Zinsen erhielten als Neukunden.
Die Sammelklage warf der in McLean, Virginia ansässigen Bank vor, Bestandskunden systematisch zu benachteiligen und um attraktive Zinserträge zu bringen. Der ursprüngliche Vergleichsvorschlag war im November 2024 vom Gericht abgelehnt worden, da er die Sparer nicht ausreichend entschädigte.
Zusätzliche Vorteile im Wert von 530 Millionen Dollar
Neben der direkten Zahlung von 425 Millionen Dollar muss Capital One nun die Zinssätze für alte und neue Sparkonten angleichen. Dieser Vorteil entspricht laut den Anwälten der Kläger zusätzlichen 530 Millionen Dollar über die Laufzeit. Die Bank verpflichtet sich, beide Kontotypen mindestens zwei Jahre lang zu gleichen Konditionen zu führen.
"Dies ist ein großartiges Ergebnis für die Klägergruppe", erklärte Philip Black, ein Anwalt der Sparer. Die endgültige Genehmigung des Vergleichs soll bei einer Anhörung am 20. April geprüft werden.
Auch US-Bundesstaaten intervenierten
Ursprünglich hatten 18 US-Bundesstaaten, darunter New York, den ersten Vergleichsvorschlag abgelehnt. New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James hatte Capital One separat verklagt und kritisierte: "Kunden von Capital One rechneten damit, ihre Sparkonten aufzustocken, aber ihre Bank hat sie irregeführt und betrogen."
James kündigte an, ihre Klage fallen zu lassen, sobald der überarbeitete Vergleich rechtskräftig wird. "Heute verschaffen wir diesen Kunden landesweit Gerechtigkeit", betonte sie.
Doppelter Kursdruck für Capital One
Die Aktie von Capital One geriet am Montag unter Druck und fiel zeitweise um 8,2 Prozent. Neben dem Vergleich belastete eine Forderung von US-Präsident Donald Trump, Kreditkartenzinsen auf maximal 10 Prozent zu begrenzen. Die Bank hatte erst im Mai den Kartenemittenten Discover Financial Services übernommen.
Die aktuellen Zinssätze für die 360 Performance Savings-Konten liegen bei 3,3 Prozent, was die jüngsten Leitzinssenkungen widerspiegelt. Nach Abzug von Anwaltsgebühren und Kosten werden die 425 Millionen Dollar unter den betroffenen Sparern aufgeteilt.
