Capita-Aktie springt 7 Prozent nach starkem Trading-Update
Solide Quartalszahlen, ein Auftragsrekord und ein neuer Boardroom-Vertreter treiben die Capita-Aktie kräftig nach oben.

Die Aktie des britischen Outsourcing-Konzerns Capita legte am Montag um +7,14% auf 337,5 Pence zu. Auslöser war ein Trading-Update für die ersten vier Monate des Jahres 2026, das eine deutlich positive operative Entwicklung in den Kerngeschäftsbereichen zeigte. Die Kursgewinne waren dabei fast ausschließlich unternehmensspezifisch – der FTSE 100 legte zur gleichen Zeit lediglich um rund 0,04% zu.
CEO Adolfo Hernandez kommentierte die Zahlen positiv: „Wir haben in den ersten vier Monaten des Jahres positive Fortschritte gemacht, wobei der bereinigte Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,9% gestiegen ist, was den Erwartungen entspricht." Auch von den US-Märkten kam kein Rückenwind – S&P 500, Dow Jones und Nasdaq notierten allesamt im Minus.
Auftragsvolumen übertrifft 750 Millionen Pfund
Besonders beeindruckend fiel das gewonnene Auftragsvolumen aus: Der sogenannte Total Contract Value (TCV) – also der Gesamtwert neu abgeschlossener Verträge – belief sich in den ersten vier Monaten 2026 auf über 750 Millionen Britische Pfund. Das entspricht einem Anstieg von 20% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und signalisiert eine deutlich gestärkte Wettbewerbsposition des Konzerns.
Treiber des Wachstums waren vor allem die beiden Kernbereiche des Unternehmens. Der Bereich Capita Public Service, der 81% des Konzernumsatzes ausmacht, wuchs um 5,8% – begünstigt durch höhere Volumina bei Verträgen mit der britischen Zentralregierung. Der Bereich Pension Solutions verzeichnete sogar ein Wachstum von 23,4%, was die annualisierten Auswirkungen des neu gewonnenen Vertrags für das Civil Service Pension Scheme widerspiegelt.
Strategischer Rückzug aus dem Contact-Center-Geschäft
Neben den operativen Zahlen begrüßten Anleger auch die klare strategische Neuausrichtung des Konzerns. Das Management konzentriert sich künftig auf margenstärkere Dienstleistungen im öffentlichen Sektor sowie auf die Rentenverwaltung. Gleichzeitig zieht sich Capita aus dem weniger rentablen privaten Contact-Center-Geschäft zurück.
Der anstehende Verkauf dieses Bereichs soll die Margenausweitung und die Generierung des freien Cashflows beschleunigen. Zudem wird eine erhebliche Reduzierung der Gemeinkosten erwartet, da weitere Komplexität aus dem Konzern entfernt wird. Für Investoren ist dies ein klares Signal für einen strukturierten Turnaround-Plan mit konkreten Gewinnverbesserungspotenzialen.
Neuer Boardroom-Vertreter stärkt Investorenvertrauen
Das Trading-Update wurde von einer bedeutenden personellen Veränderung begleitet. Capita gab die Ernennung von Daniel Wosner zum Non-Executive Director bekannt, wirksam zum Ende der Hauptversammlung. Wosner ist Managing Director und Leiter des Europageschäfts bei Oasis Management – einem Investor, der mit 15,21% an Capita beteiligt ist.
Die Aufnahme eines Vertreters des größten Anteilseigners in den Aufsichtsrat wird von Marktteilnehmern als weiteres positives Signal gewertet. Sie unterstreicht das Engagement von Oasis Management und dürfte die strategische Ausrichtung des Unternehmens zusätzlich stabilisieren. Insgesamt lieferte Capita mit diesem Update ein überzeugendes Bild eines Konzerns im gezielten Umbau.
