ANZEIGE

Cabrio-Verkäufe in Deutschland auf historischem Tief

Hersteller streichen Modelle, SUV und Krisen verändern den Automarkt nachhaltig

2 Min
Cabrio-Verkäufe in Deutschland auf historischem Tief

Der Absatz von Cabrios in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Ein Blick in die Neuzulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamtes zeigt, dass der Marktanteil von Cabrios nur noch bei 1,5 Prozent liegt. Im Jahr 2024 wurden lediglich 40.984 Cabrios neu zugelassen, was einem Rückgang von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Vor fünf Jahren lag die Zahl noch bei mehr als 70.000, vor 15 Jahren sogar bei fast 103.000 Fahrzeugen. Nach Angaben des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes ist dieser Trend bereits seit längerer Zeit in der Branche spürbar. Die Konkurrenz durch SUV-Modelle und die zunehmende Bedeutung der Elektromobilität setzen das Cabrio unter Druck.

Neben den rückläufigen Zulassungszahlen hat sich auch das Angebot der Hersteller deutlich reduziert. Obwohl viele Marken ihre Modellpaletten insgesamt erweitert haben, finden sich immer weniger Cabrios darunter. Bei BMW oder Audi ist nur noch etwa ein Fünftel der Modelle als Cabrio erhältlich, früher war es rund die Hälfte. Volkswagen führt nur noch ein einziges Cabrio-Modell im Bestand, Opel bietet gar keines mehr an. 2009 waren es bei Opel noch drei verschiedene Cabrio-Modelle.

Trotz des Rückgangs bei den Neuzulassungen sind Cabrios auf deutschen Straßen weiterhin präsent. Rund 2,2 Millionen Fahrzeuge dieses Typs waren im vergangenen Jahr zugelassen. Besonders hoch ist die Dichte am Starnberger See und auf der Nordseeinsel Sylt. In wohlhabenden Regionen bleibt die Nachfrage stabil, während sie in strukturschwächeren Gegenden deutlich geringer ausfällt. Viele Cabrios werden als Zweit- oder Drittwagen genutzt und sind daher oft gut gepflegt.

Die Ursachen für den Absatzrückgang sind vielfältig. Laut dem Leiter von Volkswagen Heritage hatten Cabrios in den 1980er Jahren ihre Blütezeit und galten damals als Ausdruck eines bestimmten Lebensgefühls. Heute empfinden viele Menschen es als unpassend, in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ein solches Statussymbol zu fahren. Seit der Finanzkrise 2008 ist der Markt für Cabrios um etwa 70 Prozent geschrumpft. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach SUV-Modellen hoch, da sie ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Trotz der aktuellen Entwicklung rechnen Experten damit, dass das Cabrio nicht vollständig vom Markt verschwinden wird, sondern in bestimmten Nischen weiterhin eine Rolle spielt.

Deutsche Hersteller dominieren den schrumpfenden Markt. VW verkaufte im vergangenen Jahr mit 7.718 Neuzulassungen die meisten Cabrios, gefolgt von BMW, Porsche, Mini, Audi und Mercedes. Zusammen stellen sie rund sieben Achtel der Neuzulassungen. Die stärkste ausländische Marke ist Mazda mit 1.617 neu zugelassenen Fahrzeugen.

AutoindustrieCabrioHandelDeutschland

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer