Butterpreise lassen nach – Supermärkte im Preiskampf
Experten vermuten Preisabsprachen und Gewinnmaximierung

Butter, Quark, Sahne, Schmand – die Preise für all diese Produkte haben sich binnen weniger Wochen mehr als verdoppelt. Auch wenn die Statistiker versuchen, mit klug gerechneten Prozenten die Lage schön zu rechnen: Deutsche Verbrauchen spüren die Inflation an der Kasse, jeden Tag aufs neue.
Nun ist Butter um 70 Cent billiger geworden als noch im September letzten Jahres. Supermärkte wie Aldi senkten die Preise in einem Preiskampf und alle folgten nach. Kunden greifen gerne bei diesen "Dumpingpreisen" zu, so ein Geschäftsführer von drei Edeka-Märkten in Nordhessen. Aber wie kann Aldi plötzlich den Preis so deutlich senken? Der Discounter erklärt, dass sie eine "spürbare Entlastung für unsere Kund:innen" schaffen wollen.
Es scheint, als hätten die Verbraucher diese Entlastung dringend nötig. Nikos Förster, der beim Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen für die Bereiche Ökonomie und Markt zuständig ist, hat eine enorme Volatilität auf dem Nahrungsmittelmarkt noch nie erlebt. Im Januar 2022 lag der Butterpreis bei 1,65 Euro, im September erreichte er mit 2,29 Euro sein Allzeithoch. Jetzt plötzlich die steile Talfahrt auf 1,59 Euro.
Förster glaubt allerdings auch nicht daran, dass die extremen Höhen im vergangenen Jahr nur wegen Verhandlungen möglich waren. "Es kann natürlich sein, dass der Lebensmitteleinzelhandel das auch zum Anlass genommen hat, noch mal eine kleine Schippe obendrauf zu legen", sagt er.
Die Verbraucher hoffen jetzt, dass die fallenden Milchpreise eine Signalwirkung auf die gesamte Lebensmittelbranche haben. Marktexperten gehen davon aus, dass sie sich erst im kommenden Jahr wieder normalisieren und sich bei einer Teuerung von rund zwei Prozent einpendeln. Aber zumindest in der Milchbranche gibt es Anzeichen, die den Kunden Hoffnung auf weitere Einsparungen noch in diesem Jahr machen.
Förster erwartet, dass auch Sahne, Joghurt und Quark nachziehen könnten. Passend dazu hat Aldi jetzt gerade die zweite Runde im Kampf um die Gunst der Kunden eingeläutet: Der Discounter hat die Preise seiner Kaffee-Eigenmarken um 20 Prozent gesenkt. Den Gesetzen des Marktes folgend haben natürlich auch hier die Konkurrenten sofort nachgezogen - und ebenfalls deutlich reduziert.
Die Deutschen haben in den letzten Jahren immer mehr für Lebensmittel ausgegeben. Laut Statistischem Bundesamt haben sich 2022 die Preise gegenüber dem Vorjahr um 7,9 Prozent erhöht. Der plötzliche Preissturz für Butter und andere Produkte lässt die Verbraucher auf eine baldige Rückkehr zu normalen Preisen hoffen. In der Zwischenzeit profitieren die Verbraucher von niedrigeren Preisen und den Preiskämpfen der Supermärkte.
