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Burnhams Triple-Lock-Reform: Bedeutsamer Schritt mit erheblichen Risiken

Premierminister Andy Burnham plant nach der Wahl eine „angepasste Triple Lock" – mit weitreichenden Folgen für Rentner und Staatsfinanzen.

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Burnhams Triple-Lock-Reform: Bedeutsamer Schritt mit erheblichen Risiken

Premierminister Andy Burnham hat seine Pläne für die „Triple Lock" (Dreifachgarantie) nach der allgemeinen Wahl vorgestellt. Die Auswirkungen dieser Ankündigung werden weit über den Konferenzsaal hinausreichen. Seit Monaten war zu hören, dass Burnham der Idee gegenüber aufgeschlossen war, die bislang bekannte Form der Triple Lock abzuschaffen.

Erwartet worden war, dass er in dieser Phase zunächst einen politischen Konsens zu dem heiklen Thema schmieden würde. Doch Burnham ist weiter gegangen. Er versucht, die politische Brisanz seiner Entscheidung dadurch abzumildern, dass er sie mit der Finanzierung eines neuen nationalen Pflegesystems verknüpft. Die Regierung bezeichnet das Vorhaben als „angepasste Triple Lock", um Senioren zu beruhigen. Tatsächlich handelt es sich eher um eine „Double Lock plus" – die Sensibilität im Umgang mit diesem politischen Wagnis ist offensichtlich.

Wie die neue Rentenformel funktioniert

Nach den Plänen von Burnham wird das staatliche Rentenalter entweder im Tempo der Preissteigerungen oder um 2,5 Prozent steigen – je nachdem, welcher Wert höher liegt. Damit bleibt die Rente weiterhin inflationsausgerichtet und steigt jedes Jahr an. Der bisherige Faktor unter der Triple Lock, der die Anhebung bestimmte – nämlich die Steigerung des jährlichen Durchschnittsverdienstes –, wird dagegen jährlich entfallen und stattdessen über die Zeit hinweg berücksichtigt. Ziel der Politik ist es, das staatliche Rentenniveau als Anteil am Durchschnittsverdienst auf dem Rekordniveau zu halten, das bis 2030 erreicht werden soll.

Diese Änderung ist schärfer als erwartet. Es handelt sich ausdrücklich nicht um eine Überprüfung oder Konsultation. Minister und Abgeordnete müssen die Pläne in Interviews vertreten, und irgendwann müssen die Abgeordneten über die Änderung der historischen jährlichen Verknüpfung zwischen Verdienstentwicklung und staatlicher Rente abstimmen. Damit scheint das Vorhaben weitaus bedeutender zu sein als eine bloße „Anpassung".

Milliardeneinsparungen erst in den kommenden Jahrzehnten

Die Reform wird in den kommenden Jahrzehnten viele Milliarden einsparen, jedoch nicht in den nächsten wenigen Jahren. Das Thinktank Institute for Fiscal Studies (IFS) kommt zu dem Schluss, dass die Modifikation von Burnham, wenn sie bereits seit 2011 gegolten hätte, die jährlichen Kosten der Triple Lock in Höhe von 16 Mrd. Pfund mehr als halbiert und somit jährliche Einsparungen von 9 Mrd. Pfund ermöglicht hätte. Regierungsquellen gaben an, dass die Entscheidung zur jetzigen Umsetzung bis 2040 jährliche Einsparungen von rund 15 Mrd. Pfund bringen werde.

Dem Premierminister wurde wiederholt geraten, dass die Anleihemärkte eine britische Regierung würdigen würden, die in der Lage ist, harte Entscheidungen zu treffen. Die ehemalige Schatzkanzlerin Rachel Reeves könnte sich dieselbe Belohnung für ihre Entscheidung erhofft haben, die Winterheizkostenpauschale abzuschaffen – eine ihrer ersten Maßnahmen, die später rückgängig gemacht wurde. Ein Teil der Prämie für britische Staatsanleihen auf den Märkten beruhte auf der nachvollziehbaren Wahrnehmung, dass die britische Politik keine langfristigen Debatten führen kann.

Ein Signal an die Märkte – und ein Test für die Politik

Für deutsche Anleger ist die Einordnung aufschlussreich: Großbritannien sendet mit der Rentenreform ein Signal an die Bondmärkte, dass langfristige Konsolidierungsentscheidungen wieder möglich sein sollen. Der Preis dafür ist politisch heikel, denn die Einschnitte wirken erst mit großer Verzögerung, während die Wähler sie sofort bemerken könnten.

Die Triple Lock ist nur eine der Diskussionen, die durch die heutige Rede angestoßen wurden. Weitere erhebliche Schritte in der Energie- und der Post-Brexit-Politik sind zu erwarten – Bereiche, bei denen der Premierminister und die Schatzkanzlerin sowohl die Märkte als auch das Land hinter sich wissen müssen. Burnham will zudem bei der nächsten Wahl auf ein Versprechen zur Änderung des Wahlsystems setzen. Außerdem kündigte er an, dass eine öffentliche Einrichtung in das Stromnetz investieren werde. Ob der Spagat zwischen fiskalischer Disziplin und sozialer Absicherung gelingt, dürfte die Finanzmärkte in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.

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