Bunge enttäuscht mit Gewinnprognose 2026 – Aktie verliert 5 Prozent
Weltgrößter Ölsaatverarbeiter leidet unter Rohstoffvolatilität und schwachen Margen. Analysten zeigen sich enttäuscht.

Der weltweit größte Ölsaatverarbeiter Bunge Global hat am Mittwoch eine Gewinnprognose für 2026 vorgelegt, die deutlich unter den Erwartungen der Analysten liegt. Das in Missouri ansässige Unternehmen kämpft weiterhin mit der Volatilität an den Rohstoffmärken und engen Gewinnmargen, die bereits das Geschäftsjahr 2025 belasteten. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel um 5 Prozent nach, obwohl sie seit Jahresbeginn bereits um mehr als 30 Prozent zugelegt hatte.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Bunge mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie zwischen 7,50 und 8,00 US-Dollar. Die Wall Street hatte hingegen mit 8,71 Dollar gerechnet. Das vierte Quartal 2025 war das schwächste seit 2019, und auch der bereinigte Jahresgewinn fiel mit 7,57 Dollar pro Aktie deutlich schwächer aus als im Vorjahr, als noch 9,19 Dollar erzielt wurden.
Ein globales Überangebot an Getreide drückt die Erntepreise und belastet die Verarbeitungsmargen im gesamten Agrarsektor. Davon sind neben Bunge auch Konkurrenten wie Archer-Daniels-Midland (ADM) und Cargill betroffen. Hinzu kommen Handelsunsicherheiten durch die Zollpolitik von US-Präsident Trump sowie Verzögerungen bei der Festlegung der US-Biokraftstoffpolitik.
Viterra-Fusion steigert Volumen, aber nicht die Rentabilität
Die Mitte 2025 abgeschlossene Fusion mit Viterra hat zwar die Umschlag- und Verarbeitungskapazitäten von Bunge erweitert und das Volumen gesteigert. Doch Handelsstörungen und die unklare Biokraftstoffpolitik belasten besonders das US-Geschäft. CEO Greg Heckman räumte ein, dass "die vorausschauende Sichtbarkeit angesichts der dynamischen Marktbedingungen begrenzt bleibt."
Die Kunden zeigen sich angesichts der Marktunsicherheit zurückhaltend und scheuen langfristige Geschäftsabschlüsse. Dies trifft Bunge in einer Phase, in der das Unternehmen eigentlich von den Synergien der Viterra-Übernahme profitieren wollte.
Biokraftstoffpolitik bleibt Unsicherheitsfaktor
Ein Lichtblick könnte die am Dienstag vom US-Finanzministerium veröffentlichte vorgeschlagene Regelung für Biokraftstoff-Steuergutschriften sein. Diese soll Anreize für die Verwendung nordamerikanischer Ölsaaten wie Soja und Raps schaffen. Allerdings warten die Marktteilnehmer noch auf die endgültigen Beimischungsquoten, die im nächsten Monat erwartet werden.
Der Konkurrent ADM, dessen Geschäft stärker auf die USA konzentriert ist, hatte bereits am Dienstag eine schwache Prognose für 2026 abgegeben und dies ebenfalls mit der verzögerten Biokraftstoffpolitik begründet. Im vierten Quartal 2025 erzielte Bunge einen bereinigten Gewinn von 1,99 Dollar pro Aktie, was zwar einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert von 2,13 Dollar bedeutet, aber die Analystenerwartungen von 1,81 Dollar übertraf.
