Bundesbank schließt weitere Filialen
Interne Bedenken und Kritik aus dem Einzelhandel steigen an

Die Bundesbank plant die Schließung von acht weiteren Filialen und bleibt dabei trotz interner Einwände. Diese Entscheidung stößt auf Widerstand innerhalb der Bank, wo Personalvertreter Bedenken äußern, dass die Bargeldversorgung in der Wirtschaft darunter leiden könnte. Die Schließungen sind für die Jahre 2028 bis 2039 vorgesehen, was sowohl in den eigenen Reihen als auch im Einzelhandel zu Kritik führt. Der Einzelhandelsverband HDE warnt, dass der Rückzug der Bundesbank ein falsches Signal für die Zukunft des Bargelds sende und fordert Maßnahmen, um die Auswirkungen auf Gewerbetreibende zu minimieren.
Burkhard Balz, ein Mitglied des Bundesbank-Vorstands, verteidigt die Schließungen mit dem Argument, dass die Filialstrategie ein klares Bekenntnis zum Bargeld darstelle. Er betont die Investitionen in die Infrastruktur, die trotz der Filialschließungen gewährleistet bleiben sollen. Über das Filialnetz bezieht der Einzelhandel Bargeld von der Bundesbank, um ihre Geldautomaten zu bestücken und Einnahmen einzuzahlen. Der Trend zur Schließung von Filialen ist nicht neu; seit der Wiedervereinigung hat die Bundesbank die Anzahl ihrer Standorte kontinuierlich reduziert.
Die Personalvertretung hat in einem internen Schreiben deutliche Einwände gegen die Schließungen formuliert, insbesondere in Bezug auf die Filialen in Ludwigshafen, Osnabrück und Ulm. Diese Standorte sollen bereits in vier Jahren schließen, was die Personalvertreter als problematisch ansehen, da sie Engpässe in der Bargeldversorgung befürchten. Sie fordern, dass Schließungen erst nach der Fertigstellung geplanter Neubauten erfolgen sollten, um die gesetzlich vorgeschriebene Bargeldversorgung aufrechtzuerhalten.
Für die Zukunft plant die Bundesbank, neue Standorte zu errichten, da bestehende Gebäude renovierungsbedürftig sind und Standorte außerhalb der Innenstädte für Geldtransporteure leichter erreichbar sind. Die ersten Neubauten sollen zwischen 2034 und 2039 in Betrieb genommen werden. Dennoch gestaltet sich die Suche nach geeigneten Grundstücken als herausfordernd. Vor dem Hintergrund einer steigenden Komplexität und der wachsenden Anforderungen an die Bargeldversorgung wird auch die Notwendigkeit zusätzlicher Öffnungszeiten und möglicherweise automatisierter Nachtschalter diskutiert.
Die Pläne der Bundesbank sorgen sowohl intern als auch extern für Irritationen. Bei einem im Februar ins Leben gerufenen Bargeldforum sollen Vertreter aus verschiedenen Branchen über die Bargeldversorgung sprechen, jedoch wurden die Schließungspläne nicht in diesem Rahmen thematisiert. Balz führt dies darauf zurück, dass Vertraulichkeit in Bezug auf die Schließungen wichtig sei. Bei der nächsten Sitzung des Bargeldforums im November werden kritische Nachfragen und Forderungen erwartet.
