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Britisches Wirtschaftswachstum nach oben korrigiert: 0,5 Prozent im zweiten Quartal

Das ONS revidiert das britische BIP-Wachstum für April bis Juni auf 0,5 Prozent nach oben – gestützt von Haushalten und Unternehmensinvestitionen.

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Britisches Wirtschaftswachstum nach oben korrigiert: 0,5 Prozent im zweiten Quartal

Die britische Wirtschaft ist im zweiten Quartal schneller gewachsen als zunächst angenommen. Wie das Office for National Statistics (ONS) am Mittwoch in London mitteilte, expandierte das Bruttoinlandsprodukt in der Periode von April bis Juni um 0,5 Prozent. Damit lag der Wert leicht über einer vorläufigen Schätzung von 0,4 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten erwartet, dass der Anstieg um 0,4 Prozent bestätigt wird.

Die nach oben korrigierten Zahlen könnten Finanzminister John Healey ermutigen, während er sich auf die Haushaltspolitik für Oktober vorbereitet. Positive Signale kamen insbesondere aus den privaten Haushalten und der Unternehmensinvestitionstätigkeit. Laut den Daten des ONS war die britische Wirtschaft im ersten Halbjahr 2026 die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft unter den sieben großen fortgeschrittenen Industrienationen der G7.

Haushalte und Unternehmen liefern Rückenwind

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der privaten Einkommen. Das reale verfügbare Pro-Kopf-Einkommen der privaten Haushalte stieg in den drei Monaten bis Juni quartalsweise um 1,0 Prozent. Dies entspricht dem größten Sprung seit Ende 2024 und folgte auf einen Rückgang um 0,8 Prozent im ersten Quartal. Für deutsche Anleger ist dies ein wichtiger Indikator, da die Konsumkraft der britischen Haushalte maßgeblich zur gesamtwirtschaftlichen Dynamik beiträgt.

Auch bei den Unternehmensinvestitionen gab es eine deutliche Revision. Das ONS korrigierte das Wachstum im zweiten Quartal auf ein jährliches Tempo von 5,2 Prozent nach oben – gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 0,8 Prozent. Diese Anhebung fiel damit besonders kräftig aus und unterstreicht die gestiegene Investitionsbereitschaft der britischen Unternehmen.

Leistungsbilanzdefizit fällt kleiner aus als erwartet

Separate Zahlungsbilanzdaten zeigten, dass Großbritannien im zweiten Quartal ein kleineres Leistungsbilanzdefizit verzeichnete als von Ökonomen erwartet. Das Defizit belief sich auf 19,9 Milliarden Pfund (26,4 Milliarden US-Dollar) im Vergleich zum Konsens von 24,7 Milliarden Pfund. Ohne den Handel mit Edelmetallen belief sich das Defizit auf 1,4 Prozent des wirtschaftlichen Ausstoßes – die niedrigste solche Messung seit fünf Jahren.

Begünstigt wurde diese Entwicklung durch starkes Wachstum bei den Dienstleistungsexporten. Ein kleineres Leistungsbilanzdefizit gilt als Zeichen für eine verbesserte außenwirtschaftliche Position und kann das Vertrauen internationaler Investoren in die britische Wirtschaft stärken.

Für deutsche Privatanleger sind die britischen Konjunkturdaten vor allem mit Blick auf die europäische Gesamtlage relevant. Großbritannien zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands, und eine robuste britische Nachfrage kann auch exportorientierten deutschen Unternehmen zugutekommen. Die nun veröffentlichten Zahlen deuten darauf hin, dass die britische Wirtschaft zumindest im ersten Halbjahr 2026 eine überraschend solide Verfassung aufwies.

Ob sich dieser Trend fortsetzt, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Haushaltseinkommen, der Investitionsbereitschaft der Unternehmen sowie der Außenhandelsbilanz ab. Die im Oktober anstehende Haushaltspolitik dürfte zusätzliche Hinweise darauf geben, wie die Regierung die konjunkturelle Dynamik stützen will.

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