Brasiliens Zentralbank liquidiert Will Bank nach Mastercard-Ausschluss
Die brasilianische Zentralbank hat die Liquidation der Will Bank angeordnet, nachdem Mastercard die Karten des Instituts aus seinem Netzwerk ausgeschlossen hatte. Die Muttergesellschaft Banco Master war bereits im November 2025 gescheitert.

Die brasilianische Zentralbank hat die Liquidation der Will Bank verfügt, nur einen Tag nachdem Mastercard (NYSE: MA) die Zahlungskarten des Instituts aus seinem Netzwerk ausgeschlossen hatte. Der US-Kreditkartenkonzern begründete den Schritt mit der Nichteinhaltung von Abwicklungsfristen im Rahmen der Zahlungsvereinbarung.
Laut der Zentralbank ist die Liquidation auf die sich verschlechternde Finanzlage, die Insolvenz und Interessenkonflikte im Zusammenhang mit der Kontrolle durch die Banco Master zurückzuführen. Die Muttergesellschaft war selbst im November 2025 liquidiert worden.
Schwere Liquiditätskrise der Master-Gruppe
Die Master-Gruppe befand sich seit vergangenem Jahr in einer schweren Krise, die durch ein hohes Volumen an kurzfristigen Verbindlichkeiten und illiquiden Vermögenswerten gekennzeichnet war. Mastercard hatte bereits Gelder als Sicherheit gesperrt, um die Anforderungen an die Zahlungsabwicklung zu erfüllen.
Ursprünglich hatte die Zentralbank Ende 2025 entschieden, Will nicht zusammen mit Master zu liquidieren. Die Aufsichtsbehörde sah damals noch eine "konkrete Möglichkeit einer Lösung, die die Funktionsfähigkeit" der Einheit bewahren würde.
Gescheiterte Verkaufsverhandlungen
Bei einem Treffen mit Vertretern der Zentralbank am 17. November 2025, einen Tag vor der Schließung von Master, hatte der kontrollierende Aktionär Daniel Vorcaro erklärt, er erwarte am folgenden Tag einen Vertrag über den Verkauf der Will Financeira zu unterzeichnen. Dieser Verkauf kam jedoch nie zustande.
Am Mittwoch erklärte die Aufsichtsbehörde, die Liquidation sei "unvermeidlich" geworden, nachdem alle Versuche einer Marktlösung gescheitert waren.
Betrugsvorwürfe gegen Banco Master
Die Banco Master, ein mittelgroßer Kreditgeber in Brasilien, wurde inmitten einer Untersuchung der Bundespolizei wegen mutmaßlichen Betrugs liquidiert. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Handel mit nicht existierenden Kreditsicherheiten. Zusätzlich zu den strafrechtlichen Vorwürfen attestierte die Zentralbank dem Institut eine schwere Liquiditätskrise, starke finanzielle Verschlechterung und schwerwiegende Regelverstöße.
Für deutsche Anleger zeigt der Fall die Risiken im brasilianischen Bankensektor und die Konsequenzen, wenn Finanzinstitute ihre Verpflichtungen gegenüber internationalen Zahlungsdienstleistern nicht erfüllen können.
