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Brasilien plant neues Schuldenentlastungsprogramm mit staatlichen Garantien

Die Regierung Lula will verschuldete Haushalte und kleine Unternehmen mit staatlichen Garantien entlasten – kurz vor den Wahlen im Oktober.

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Brasilien plant neues Schuldenentlastungsprogramm mit staatlichen Garantien

Brasilien steht kurz vor der Ankündigung eines neuen Schuldenentlastungsprogramms für private Haushalte und Kleinunternehmen. Die Initiative soll noch in dieser Woche bekanntgegeben werden und greift eine Strategie aus der frühen Amtszeit von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wieder auf. Dies berichten mehrere mit den Plänen vertraute Quellen, die anonym bleiben wollten, da die Maßnahmen noch nicht öffentlich sind.

Der Schritt kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt: Lula treibt Entlastungsmaßnahmen für private Haushalte vor den Wahlen im Oktober voran. Sein Vorsprung gegenüber seinem Hauptrivalen, Senator Flavio Bolsonaro, ist in Umfragen für eine mögliche Stichwahl auf ein statistisches Unentschieden geschrumpft. Das neue Programm ist damit sowohl wirtschafts- als auch wahlpolitisch motiviert.

Vorgänger „Desenrola" als Blaupause

Das neue Programm knüpft an das sogenannte „Desenrola"-Programm an, das zwischen Ende 2023 und 2024 eingeführt wurde. Dieses bot Garantien über einen staatlichen Fonds für Kreditnehmer mit geringem Einkommen, die bis zum Doppelten des Mindestlohns verdienten. Durch die Übernahme eines Teils des Ausfallrisikos wurden Kreditgeber dazu ermutigt, höhere Rabatte zu gewähren und Kredite zur Schuldentilgung zu verlängern.

Das neue Programm soll laut einer der Quellen sowohl säumige Kreditnehmer – insbesondere aus einkommensschwachen Haushalten – als auch Personen ansprechen, die ihre Zahlungen zwar leisten, aber eine hohe Schuldenlast tragen. Darüber hinaus werde es eine spezielle Schiene für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen geben.

Rekordverschuldung der brasilianischen Haushalte

Die wirtschaftliche Lage der brasilianischen Bevölkerung ist angespannt. Daten der Zentralbank zeigen, dass der Schuldendienst der privaten Haushalte im Januar 29,3 Prozent des Einkommens erreichte – der höchste Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2011. Dieser Wert entspricht dem Niveau vom Oktober 2025 und verdeutlicht den anhaltenden Druck auf die Haushaltskassen.

Zur Finanzierung des Programms will die Regierung voraussichtlich Mittel in den sogenannten „Operations Guarantee Fund" (Fundo de Garantia de Operações) fließen lassen, der bereits beim Desenrola-Programm eingesetzt wurde. Eine diskutierte Option ist dabei die Nutzung sogenannter „vergessener" Gelder aus dem Finanzsystem. Diese brachliegenden Mittel belaufen sich laut Zentralbankdaten derzeit auf insgesamt 10,5 Milliarden Reais, umgerechnet rund 2,03 Milliarden US-Dollar.

Minister bestätigt Pläne, nennt aber keine Details

Finanzminister Dario Durigan bestätigte am späten Dienstag vor Journalisten in Brasília, dass ein Plan zur Verringerung der Haushaltsverschuldung derzeit mit Präsident Lula diskutiert werde. Er wolle die Maßnahmen jedoch erst bekanntgeben, wenn sie spruchreif seien. Durigan bestätigte, dass die aktuelle Version des Plans Maßnahmen zur Bekämpfung der Verschuldung sowohl von Privatpersonen als auch von Unternehmen vorsieht.

Ein besonderes Element des neuen Programms betrifft Online-Wetten. Teilnehmer des Umschuldungsprogramms sollen demnach mit Einschränkungen bei Online-Glücksspielen konfrontiert werden. Durigan erklärte, die Regierung habe Maßnahmen erörtert, um die künftige Verschuldung der Verbraucher zu begrenzen, und nannte Schulden aus Online-Wetten ausdrücklich als Beispiel – ohne jedoch weitere Details zu nennen.

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