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BP-Sieg lässt Venture-Global-Aktie einbrechen

Schiedsverfahren über LNG-Verträge drohen Milliardenverluste und schüren Unsicherheit bei Investoren

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BP-Sieg lässt Venture-Global-Aktie einbrechen

Ein Schiedsurteil zugunsten von BP hat die Aktie des US-Flüssiggasexporteurs Venture Global um fast 25 Prozent einbrechen lassen und damit die Sorgen über weitere anhängige Streitigkeiten mit Kunden verstärkt. Das Unternehmen hatte im Verfahren gegen den britischen Energiekonzern den Kürzeren gezogen, nachdem es zuvor in einem ähnlichen Fall gegen Shell obsiegt hatte. Im Kern ging es um nicht eingehaltene Lieferverpflichtungen aus einem langfristigen Gasliefervertrag. BP fordert mehr als eine Milliarde Dollar Schadenersatz zuzüglich Zinsen und Rechtskosten, über die genaue Summe soll 2026 in einer separaten Anhörung entschieden werden.

Venture Global, der zweitgrößte Anbieter von Flüssigerdgas in den Vereinigten Staaten, sieht sich derzeit weiteren Schiedsverfahren gegenüber. Kunden verlangen insgesamt über vier Milliarden Dollar Entschädigung, weil sich der kommerzielle Start des LNG-Projekts Calcasieu Pass in Louisiana verzögert hat. Das Unternehmen hatte bereits in seinem Jahresbericht 2024 darauf hingewiesen, dass negative Urteile erhebliche finanzielle Folgen haben könnten, darunter Vertragskündigungen oder vorzeitige Rückzahlungen von Projektkrediten. Bisher haben alle Kläger Entschädigungen gefordert, aber keine Vertragsauflösungen beantragt.

Warum das Urteil im BP-Fall anders ausfiel als jenes im Verfahren mit Shell, bleibt unklar. Analysten halten unterschiedliche Vertragsformulierungen oder juristische Strategien für mögliche Gründe. Die Deutsche Bank erhöhte nach der Entscheidung ihr Risiko-Szenario für Venture Global: Die Wahrscheinlichkeit weiterer negativer Urteile liege nun bei 50 Prozent. Laut Gesprächsprotokollen mit Analysten soll das Urteil keine Auswirkungen auf das aktuelle Lieferabkommen zwischen Venture Global und BP haben.

Sollte das Unternehmen auch in den übrigen Fällen unterliegen, drohen laut Schätzungen Schadenssummen von bis zu 4,8 Milliarden Dollar. Bei gemischten Ergebnissen könnten die Belastungen bei etwa 2,9 Milliarden Dollar liegen. Der jüngste Kurssturz von rund 25 Prozent könnte den Börsenwert des Unternehmens um fast acht Milliarden Dollar verringern. Seit dem Börsengang im Januar hat die Aktie über 60 Prozent verloren, was Analysten auf die anhaltende Unsicherheit im Zusammenhang mit den LNG-Projekten zurückführen.

Neben BP und Shell haben auch die Energieunternehmen Edison aus Italien, Galp aus Portugal, Repsol aus Spanien und Orlen aus Polen Klagen eingereicht. Sie werfen Venture Global vor, LNG-Ladungen zu höheren Marktpreisen verkauft und die vertraglich vereinbarten Lieferungen verschoben zu haben. Venture Global argumentiert, dass die Verzögerungen beim Anlaufen des Calcasieu-Pass-Werks technisch bedingt gewesen seien. Die Anlage habe den Status kommerzieller Betriebsbereitschaft erst im April 2025 erreicht.

Parallel dazu wurde ein weiteres Schiedsverfahren beigelegt. Nach Angaben aus Branchenkreisen betraf es den chinesischen Energiehändler Unipec, eine Tochter des staatlichen Konzerns Sinopec. Venture Global hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass die Einigung keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäft habe. Unipec soll zuvor Schadensersatz in Höhe von rund 200 Millionen Dollar gefordert haben, weil das US-Unternehmen Gasladungen auf dem Spotmarkt verkauft hatte, bevor die vereinbarten Lieferungen begannen.

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